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MISSHANDLUNG DUECH HISTOEIKEE.
Kunsttractato (1460—1464) versichert seine Meisterschaftin der Oelmalerei, 1 und auch die Reimchronik des GiovanniSanti führt in dem Verzeichniss hervorragender Künstlerden „gran Joannes“ von Brügge an. 2 Von Hubert weissNiemand etwas zu erzählen; erst im folgenden Jahrhundertetaucht sein Name auf.
Als Vasari das Lehen der Künstler zum ersten Male1550 herausgab, folgte er der gangbaren Meinung, welchein Jan van Eyck den alleinigen Erfinder der Oelmalerei erblickte. So erzählte er in der Einleitung, so wiederholteer in dem Leben des Antonello aus Messina . Ehe er aberdie zweite Ausgabe (1568) drucken liess, hatte ein Lands-mann von ihm, Guic iardini, die Niederlande besucht undvon dem Dasein Hubert’s Kunde vernommen. Im Jahre1567 erschien Guicciardini’s Beschreibung Belgiens . Mitbegreiflichem Stolze weist er darauf hin, dass sein Lands-mann Vasari es war, der J an’s Ruhm vorzugsweise ver-breitete. Er fügt dann zu dem, was Vasari erzählt, einigeneue ihm vom Hörensagen bekannte Thatsachen hinzu erhebt die Anbetung des Lammes hervor, nennt Bilder vonihm in Brügge und Ypern und schliesst mit der schwankenAngabe, dem Jan wäre sein Bruder Hubert geichgekommen,der gleichzeitig gelebt und beinahe an allen Werken Jan’sgeholfen hätte. 3 * * 6
Auf diese Art empfing Hubert’s Persönlichkeit zuerst
i Del' Kunsttractat Filarete’s, des
bekannten Florentiner Bildhauers (fc.
1465), liegt noch ungedruckt in der
Maglia bechiana in Florenz . Im XXIV.Buche: dei colori heisst es Bl. 182:
„Auclie a olio si possono metteretutti questi colori. Ma questa ealtra pratica et altro modo, il quäle
6 hello a ehi lo sa fare. NellaMagna si lavora bene in questaforma, maxime da quello MaestroGIOVANNI DA BBUGGIA etMaestro BUGGIEB1,; quali liannoadoperato optimamente questi colori
a olio.“ Vgl. Vasari (Vita d’Anto-nello da Messina ). IV. 99.
2 Die Beimchronik ist im Auszugemitgetlieilt von Eassavant im LebenBaphaels. I 471. Die betreffendenVerse lauten:
„A Brugia fu tra gli altri piü lodatoil gran Joannes, el discepol E uggero.“
3 Guicciardini . p. 142. „A paridi Giovanni andava Huberto suofratello, il quäle viveva et dipingevacontinuamente soprale medosimeopere,insieme con esso fratello.“