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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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HUBERT’S GRÖSSERE BEDEUTUNG.

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Herr zu werden, liindeutet, dass vielmehr alle Tafeln diegleiche Behandlung zeigen, die Oelmalerei mit einer Frei-heit und Sicherheit angewendet wird, welche für eine voll-kommene Erfahrung spricht. Welche Laune des Schick-sals, dass die erste Spur von der Thätigkeit zweier Maler,die beinahe ein halbes Jahrhundert geloht haben, erst ausder Zeit stammt, in welcher ihre Kraft den höchsten Schwunggenommen, dass die Kunde von der ganzen Erfindung, diewir den Eycks verdanken und welche zu den Aviclitigstcnin der Kunstgeschichte gehört, sich auf die Kenntniss desZiels und der Resultate einschränkt, alle Zwischenstufenvollständig vergessen sind! Bei der Dürftigkeit des Materials,das uns bis jetzt zu Gebote steht, fällt die Antwort aufbeide Fragen unbefriedigend aus, die wir im Interesse derSache aufzuwerfen gezwungen sind: Welcher der Brüderwagte den ersten Schritt, und machte die ersten Versuche,die alte Malweise durch eine neue zu ersetzen und wo-durch unterscheidet sich im Wesen diese von jener? Wirhaben übrigens nicht allein über die Dürftigkeit, sondernauch über die Ungleichheit der historischen Kunde zuklagen. Jan van Eyck , der später lebte, und eine ungleichglänzendere Stellung jetzt in unsern Augen einnimmt, ist vonder Geschichte entschieden mit grösserer Gunst behandeltworden, als sein Bruder. Mochten ihn auch die Lands-leute, kaum dass sich das Grab über ihm geschlossen hatte,vergessen, so haben doch die Angehörigen eines fremdenStammes die Erinnerung an ihn dankbar festgehalten undvon Geschlecht auf Geschlecht verpflanzt. Der italienischeAntiquar Cyriacus von Ancona , der 1457 starb, erwähntbereits den Jan van Eyck als eine Zierde der Malerei. 1Bartholomäus Fazius (1454), ein anderer Italiener, preistnnter den berühmten Männern, deren Verdienste er schildert,auclp Jan als den Fürsten der Maler; 2 Filarete in seinem

1 Cyriacus bei Colucci Anticliitä 2 Facius de viris illustribus. p. 46.Bicenetom. XV. p. 143. Siehe Anhang. S. Anhang.