DIE MADONNA VON INCE HALL.
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es als ein Originalwerk Jan’s aus dem Jahre 1421 an-gesehen werden. 1
Bei weitem bedeutender als diese arg beschädigte Com-position ist die kleine Madonna von Ince Hall. Sie kannallerdings schon wegen des winzigen Formates nicht mitdem Genter Altar verglichen werden, giebt aber, wenn auchkeinen so mächtigen, doch einen guten und klaren Begriffvon dem Kunstvermögen des Meisters. Sie ist folgender-rnassen bezeichnet:
Completmn anno domini MCCCCXXXII per Jolmmem deEyck. Brugis
und zeigt Jan’s oft wiederholten bescheidenen 'Wahlspruch:
Als ikh kan.
Hie Madonna ist mit einem blauen Bocke und einemprächtigen rotlien Mantel bekleidet, der sich faltenreich nochauf dem Boden ringsum ausbreitet. Ein schmales Perlen-band fasst ihr braunes Haar zusammen und lässt es inleichten Locken bis auf die Schultern sich ringeln; einähnlicher Perlenschmuck ist auch am Saume des blauenUnterkleides angebracht. Sie w r eist dem auf ihrem Kniecsitzenden Kinde ein Buch, dessen Blätter Christus lustigwendet. Ein Thronhimmel in warmem Grün, mit Arabeskenreich verziert, bildet einen kräftigen Gegensatz zu den rothenund blauen Gew ändern. Die lächelnde Miene, die leichtenLöckchen, welche die Stirn umspielen, verleihen dem Christ-kinde einen lieblichen, heiteren Ausdruck, weit entfernt vondem mürrischen Ernst, welcher so häufig die EyckschenKinderköpfe entstellt. Ein Stück weissen Zeuges, keck ge-worfen, deckt thoilweise seine Glieder, die keineswegs zuschmal gerathen sind, in Händen und Füssen eine treffliche
1 Chatsworth . Holz. 4' li — 2' br.Ler Behauptung Waagens (K. u. K.in England 11 . 436): „Das Gemäldeist wolderhalten zu nennen,“ stelltauchPassavant’s Beobachtung (Kunst-
reisep.72) entgegen: „Leider ist diesesBild sehr verwaschen.“ Es soll einGeschenk des liegenten Herzog vonBedford an K. Heinrich V. sein.
Inco HallMadonna.