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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
Entstehung
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GEMÄLDE IN CHATSWOKTH.

gelegte Schlüssel und Wappenschild) gezierten rothen Thron-himmel steht Thomas Becket , welchem zwei Bischöfe dieMitra aufsetzen, während ein knieender Priester ihm einoffenes Buch vorhält. Ein dritter Bischof, König Heinrich II. und ein zahlreiches Gefolge umgehen die Hauptgruppe;in weiterer achtungsvoller Ferne sind die niederen Würden-träger und Mitglieder der Kirche aufgestellt. Die Scenespielt in einem Dome und ist so angeordnet, dass man denVorgang gleichsam durch die Bogen des Kirchenschiffeshindurch erblickt. Ein grüner Teppich hinter dem Thron-himmel dient den Figuren zum verstärkenden Gegensätze,wird aber in seiner Wirkung theilweise abgeschwächt durchdie von der Wölbung herabhängenden Kronleuchter. Die‘•schmalen schmächtigen Figuren, allen Gesetzen der Per-spective zum Trotze aufgestellt, sind so steif und unschönwie wir sie höchstens nur bei einem Schüler Jan’s voraus-setzen können. Uebrigens ist die ganze Fläche mit Schmutzund mit Uebermalungen so vollständig bedeckt, dass derursprüngliche Zustand mit Ausnahme eines unversehrt ge-bliebenen kleinen Fleckchens am Thronhimmel gar nichterkannt werden kann. Am ehesten würde noch der Eyck-schen Weise der Mann zur Rechten des Thomas Becket und der Priester zur Linken, welcher das Kreuz trägt, ent-sprechen, alle anderen Köpfe haben ihren echten Charakterverloren. Das Colorit zeigt gegenwärtig ohne Abstufungeinen dunkelrötldichen Ton, die Draperien sind stark ge-brochen, schwerfällig und massig. Der gänzliche Mangelder Linearperspective würde den Eyckschen Ursprung nichtunbedingt ausschliessen, eher würde dieses die gleichfallsfohlende Luftperspective tliun. Vielleicht kann man dieEntstellung des vielfach unklaren Werkes so erklären, dasses von dem Meister entworfen und schon im Entwürfe uuter-schrieben wurde, w T ie dieses bei der h. Barbara in Antwerpen gleichfalls geschah und dass es später von ungeschicktenHänden einer üeberpinselung erlitt. Auf keinen Fall kann