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schmücken den Mantel; der eine Saum ist mit Perlen undEdelsteinen auf Goldgrund besetzt, der andere enthält(ähnlich wie Gottvater auf dem Genfer Bilde) Schrifttexte,theilweise durch die Falten verborgen; doch kann maneine Stelle: „Exultata sum in Libano“ deutlich lesen. Einkleiner Engel in langem blauen Gewände, die Flügel mitPfauenaugen besäet, schwebt über ihr, im Begriffe, eineKrone auf ihr Haupt zu drücken. Das Christkind auf demSchoosse der Madonna hält mit der einen Hand einekrystallne Weltkugel und segnet mit der Hechten denStifter, den Kanzler Philipps des Guten, der in einenbräunlichen, pelzverbrämten Brocatmantel vor einem Bet-schemel knieet. In hohem Grade fesselt das Auge andiesem Werke die Staffage des Hintergrundes. Durch dieBogen der Halle entdeckt man auf einem Balcon zweiMänner, die auf das Panorama, das sich zu ihren Füssen bis in die weiteste Ferne hin ausbreitet, blicken; und folgenwir ihrem Beispiel, so erfreuen wir uns gleichfalls an demfröhlichen Lehen, welches die ganze Landschaft erfüllt:hier Gärten, mit Blumen und Vögeln, weiter hinten einFluss, über welchen sich eine feste Brücke spannt, mehrzur Hechten eine volkreiche Stadt mit ihren Kirchen undStrassen und im fernsten Hintergründe endlich eine Ketteschneebedeckter Berge.
Die starken wie die schwachen Seiten der Eycks ebenKunst finden sich hier vereint. Nichts Vollendeteres lässtsich denken, als das leibhaftige Bild des Kanzlers mitseinen etwas wirren Haaren, als die Halbschatten, welchein dem überaus reichen architektonischen Detail spielen,als die krystallreine Luft, die sich bis zum fernen Horizontehinzieht; dagegen harrt unserer eine schlimme Enttäuschung,wenn wir das gewöhnliche Gesicht der Madonna, die hölzerneGestalt des nackten Kindes, die gehäuften und gebrochenenFalten des Gewandes betrachten.
Nach Filhors Aussage schmückte dieses Bild lange Zeit