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DER BRUNNEN DES LEBENS
clie Sacristei der Cathedrale von Autun und Oourtepee, inseiner Beschreibung Burgunds 1 giebt folgende nähere An-gabe: „Ein Originalgemälde kann gesehen werden in derSacristei der Kirche Unserer lieben Frau in Autun , inwelcher der Kanzler Rollin in seiner Amtstracht zu denFüssen der Modonna knieend dargestellt wird. Der Hinter-grund des Bildes zeigt die Stadt Brügge mit mehr als2000 (!) Figuren, deren mannigfache Bewegungen nur mitHilfe eines Vergrösserungsglases erkannt werden können.“
In einen ganz anderen Ideenkreis führt uns ein Ge-mälde, im Museo del Prado in Madrid bewahrt und unter
i.runnen dem Kamen: Der Brunnen der lebendigen Wasser bekannt.
us Lebens.
Es befand sich früher in der bacnstei des Klosters Parralin der Nähe von Segoria. 2 Die Ueberoinstimmung mit demGenter Altarwerke fällt auf den ersten Blick auf; sie trifftsowohl die Anlage wie die Auffassung. Der mittelalter-lichen Symbolik steht sogar das Madrider Bild entschiedennäher, so dass es in dieser Hinsicht noch ein höheres Alterals das Genter Werk in Anspruch nehmen könnte. DieseAelmlichkeit trug gewiss wesentlich dazu bei, den Madrider „Brunnen des Lebens“ auf Hubert zurückzuführen, was vonmanchen Forschern geschah, obschon die Ausführung desdurch wiederholte Reparaturen beschädigten Gemäldes derWeise Jan van Eyck’s im Jahre 1432 entspricht. Jeden-falls bleibt es ein treffliches Beispiel altvlämischer Kunst.
Drei Terrassen steigen über einander empor; die oberstewird in der Mitte durch einen gothisclien Thurm abge-schlossen, dessen Formen vergleichsweise einfacher undklarer sind, als wir in der Zierarchitectur des fünfzehnten
1 Filhol, Musee Napoleon t. IX.pl. 578. Oourtepee, Descript. hist,et topogr. du ducke de Bov/rgogneIII. p. 451.
2 Nach der Angabe bei Ant. Pom,Viage de Espaha. Madrid . 18. 1785— 87. vol. XI. p. 145 soll das Bildsieh ursprünglich in Valencia (Hierony-
mns-Capelle?) befunden haben, linderst später nach dem Kloster delParral hei Segoria übertragen wordensein. Nach Villaamil (Waagen inZahns Jahrbüchern I. 40) ist dasKloster del Parral die ursprünglicheStätte des Bildes gewesen.