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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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MAD. TON BURLEIGH-HOUSE.

Der gleichen Zeit möchten wir ein kleines köstlicheshouae Bild im Besitz des Marquis of Exeter in Burleigh-house, ein

Madonna. _ .

wahres Juwel zuschreihen. Composition und Malerei wett-eifern mit einander; jene erscheint fein abgewogen, sym-metrisch, diese zeigt wieder Jan’s Meisterschaft in der Wieder-gabe des äusseren Lebens, welches bis auf das Kleinsteund Einzelne vollendet vor unsern Augen sich abspiegelt.Der Gegenstand der Darstellung ist einfacher Art. DieMadonna mit dem Christkinde auf dem Arm segnet einenknieenden Mönch, welcher durch die h. Barbara eingeführtwird . 1 Die Tracht der Maria ist die herkömmliche: dasblaue Unterkleid und der rothe Mantel, letzterer mit einerschmalen Goldlinie gesäumt. Ein Perlendiadem hält dasbis auf die Schultern herabfallende Haar fest. Das Christ-kind wird theilweise von einem weissen Tuche bedeckt. DerMönch barhaupt ist in Weiss gekleidet, die h. Barbara invioleter Tunica vollständig in einen dunkelgrünen Mantelvon wärmster Earbe gehüllt; ihr Haar wird von einemPerlenbande durchzogen und ist zurückgestrichen, so dassStirn und Gesicht frei bleiben. Anmuthig wie die Gruppirungder einzelnen Figuren erscheint, ebenso gefällig und fesselndist die ganze Scene angeordnet. Durch einen hohen Bogen,welcher sich hinter der h. Barbara öffnet, ist offenbar dieseund der Mönch eingetreten. Sie halten in einem hohen,liell erleuchteten Kaum still. Arkaden schliessen denselbenab und gewähren einen Durchblick in das Weite. Ueberden Arkaden sind die Fenster angeordnet, welchen ein weissund roth geränderter Baldachin von dünnem durchsich-tigen Gewebe vortritt. Quadratische Steinplatten mit einge-legten farbigen Zierraten bilden den Fussboden, derebenso mit Licht überströmt ist, wie die Figuren und dieLandschaft.

1 Burleigh-house. Holz. 8V4" li. — ö'/s“ br.