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Dieses bewunderungswürdige und überaus anziehendeGemälde schildert die Verlobung eines Paares, das bereitsmit den Hochzeitsgewändern geschmückt sich bei der Handgefasst hält und Treue schwört. Die Dame trägt in derMitte des Fingers den Ehering und ist von einem kleinenDachshunde begleitet, in dessen Wiedergabe Jan seinetechnische Meisterschaft bewiesen hat. Härtere Umrisseund ein hellerer Gesammtton unterscheiden dieses Bild vonden früheren Schöpfungen Jan’s und lassen es gegen diesezurückstehen. In keinem einzigen Falle aber hat er mitHilfe des Colorits die Tiefe und Luftfülle eines Baumesvollendeter ausgedrückt, niemals die Farben sorgfältigerabgetönt, und die Schatten durchsichtiger gemalt. An demKopfe des Mannes sind die letzteren Vorzüge besondersdeutlich wahrzunehmen. Der Faltenwurf zeigt wohl hierund da scharfe Brüche, die Bewegungen der Gestalten sindnicht ganz frei und ungezwungen, die Hände namentlichder Frau klein und plump. Doch sChwinden diese Fehlergegen die wunderbare Ausführung jeder Einzelnheit, welchedurch die treffliche Erhaltung des Bildes noch deutlichervor das Auge gerückt ist: der Kronleuchter über demPaare, das Bett und die Stühle, der gemusterte Estficli,der Hohlspiegel, in welchem sich die Gestalten reflectiren,und dessen Kähmen zehn Kundbilder aus der PassionChristi schmücken, alle diese Dinge können nicht wahrerund besser gemalt werden.
Luccheser Hauses Marco Guidecon,mittheilt. Die Thüren oder Flügelmit Arnolfim’s Wappen sind längstverschwunden. Das Bild soll mitdem übrigen Nachlasse der Kegentinnach Spanien gesendet worden sein.In diesem Falle kam es auf unbe-kanntem Wege nach den Niederlandenwieder zurück, denn es wurde vondem Major-General Hay nach derSchlacht bei Waterloo in seinemQuartiere in Brüssel entdeckt und
angekauft. Hay überliess es 1842 derLondoner Nationalgalerie.
London , Nationalgalerie. Nr. 168.Holz. 2'9" li. — 2' 1 / 2 " br. Es istüberaus zierlich wie von der Handeines Kalligraphen in gothisclienZügen signirt: „Johannes de eyckfuit liic. 1434.“ Die Leseart „fuit“ist zweifellos, wie der Einblick indas Facsimile der Signatur im Katalogeder N.-G. 1874 ergibt.