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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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107
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FORTDAUER DER HÖFISCHEN BEZIEHUNGEN. 107

stammung der Jungfrau, deren schönes Antlitz von reichemblonden Haar umflossen ist. Sie hält in der Rechten dasauf die Erde aufstossende Schwert, in der Linken ein offenesBuch, zu ihren Eüssen liegt das zerbrochene Rad. Schulternund Brust sind bloss, der Hermelinmantel modisch zuge-schnitten, mit über die Arme herabhängenden Zipfelnversehen.

Das Bild pastös gemalt zeigt einen vollkommenen Ein-klang der Farben, ohne eine Spur der Pinselführung; wirsehen die Farben in den Figuren, wie im Beiwerk leuchtendund klar, erfreuen uns überdies an einem einfachen undfliessenden Faltenwürfe. Durch das Fenster hinter der h.Catharina blickt man in eine Landschaft hinaus, so winzigund reich belebt und anmutliig, wie sie nur Van Eyck darzustellen verstand.

Die Aussenflügel bringen uns einfarbig die Verkündigungvor die Augen. Links steht auf einem achtseitigen Sockelmit lächelndem Ausdruck der Engel mit dem Doppelkreuzein der Linken, während er mit der Rechten die traditionelleBewegung des Grusses macht. Ein ähnlicher Sockel trägtauf der andern Seite die Madonna, welche mit der Linkendie Falten ihres nach vorn sich ausbreitenden Gewandes zier-lich zusammenfasst, die Rechte wie in befremdendem Staunenemporhält und den Blick nach oben richtet auf die Taubedes zu ihr herabschwebenden heiligen Geistes. Das Ganzeahmt Steinwerk nach und folgt auch in den überaus steifenund eckigen Falten den Vorbildern, welche die kirchlicheSculptur jener Tage darbot. 1

Am Schlüsse des Jahres 1434 war Herzog Philipp wiederauf einer Wanderung durch seine Besitzungen begriffen.Seine Entfernung machten sich die Schatzmeister, wie schon

1 Dresdener Gal. Nr. 1713. Holz. ehedem für eine Schöpfung Dürers.

0,27 h. _ 0,8 br. Gesicht und Mit der gleichen Umschrift wie auf

Mantel der Madonna sind retouchirt. dem Genfer Altar: Haec est speciosiorDas Bild (in Italien ei worben?) galt sole u. s. w.