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und behäbige weiche Rundung, sondern ist hart und röthlichvon Ansehen. Eine hässlichere Madonna hat Jan van Eyck nicht wieder gemalt, im Christkinde aber wiederholen sichnicht allein die gewöhnlichen Mängel eines zu kurzen, dünnenKörpers, sondern durch den Versuch, das göttliche Wesenin ihm anzudeuten, kam überdies ein ältlicher Ausdruck inden Kopf, der mit der geringen Grösse des Kindes, mit derKleinheit der Verhältnisse nimmermehr stimmt. Von allendargestellten Personen fesselt der h. Donatian am stärkstendie Aufmerksamkeit des Beschauers. Der würdige, edleKopf lässt die Ueberladung der Ornamente an den Gewändernvergessen; nichts ist dagegen vorhanden, was in dem li. Georgdas Gewöhnliche und Plumpe seiner Körperbildung übersehenliesse und das Auge damit versöhnte. Der Hintergrund desBildes ist gut erhalten, der Wurf der Gewänder theilweisenicht mehr zu erkennen. 1
Demselben Jahre 1436 gehört das Portrait des Jan deLeeuw in dunklem Pelzrocke, mit einem Ringe an der Handin der Belvederegalerie in Wien an. Es hat nicht blos dieZeit der Entstehung mit der Brügger Madonna gemeinsam,
1 Akademie zu Brügge . Nr. 1.Holz. 1,22 m. lioch, 1,57 breit. DieMadonna sitzt unter einem Baldachinin der Tiefe eines gothisclien Chores;mit der Linken, die überdies einenRosenkranz hält, stützt sie das Christ-kind, das auf ihren Knieen mit einemPapagei spielt und nach einem vonder Mutter dargereichten Blumen-strausse greift. Ihr zur Rechtensteht der h. Donatian in schwerembrokatnem Messgewande, zur Linkenknieet der Stifter, der CanonikusGeorg van der Paelen (er starb 1444,genoss eine Präbende seit 1410) miteinem Buche in der Hand, in welchemer mit Hilfe einer Brille, die er inder Hand hält, gelesen hat; hinterihm gewahren wir, vollständig ge-rüstet und gewappnet, den h. Georg.Die Stufen und Lehnen des Thronessind mit Sclmitzwerk geschmückt,
ebenso wie die Capitäler der Säulendes Chores reich sculptirt erscheinen.
Auf dem unteren Rande des nochmsprünglichen Rahmens liest mau:Hoc opus fecit fieri Magister Georgiusde Pala, huius ecclesife canonicus, perJoliannem de Eyck pictorem et fun-davit hic duas capellanias de gremiofi)chori domini MCCCCXXXIV, com-pletum anno 1436. Auf dem oberenRande ist ein Lobspruch auf dieMadonna geschrieben: Haec est spe-ciosior sole, super omnem stellarumdispositionem lucicomparata inveniturprior, candor est enim lucis aeternae,speeulum sine macula Dei maiestatis.Das sind dieselben Worte, die wirum den Kopf der Madonna auf demGenfer Altäre herum geschrieben be-merken. Eine Copie befindet sich imAntwerpener Museufn. Nr. 412.