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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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VERLORENE BILLER.

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ländischen Kunst namentlich in Italien viele Freunde ver-schafft zu haben. Facius erzählt, dass Herzog Friedrichvon Urbino ein Badezimmer mit solchen Bildern schmückte . 1Ein lebenslustiger Cardinal, Ottaviano degli Ottaviani be-sass Gemälde ähnlicher Natur: Zierliche Frauen, derenReize dünne Schleier leicht umhüllen, entsteigen dem Bade.Eine alte Frau in der Ecke schwitzend, belehrt uns überdie heisse Natur des Bades. Ein Hund im Hintergründetrinkt Wasser. Auch der Spiegel fehlt nicht, welcher gleicheinem Wahrzeichen auf Eyckschen Werken wiederkehrt.

Noch am Anfänge des sechszehnten Jahrhunderts be-fanden sich in verschiedenen Städten Italiens ähnlicheSchildereien. Die Sammlung des Nicolo Lampognano inMailand enthielt das Bild eines Kaufherrn und seinesDieners . 2 Der Philosoph Leonico Tomeo besass die Otter-jagd, auf Leinwand gemalt, über ein Fuss-lioch, mit zahl-reichen Figuren im Hintergründe . 3 Das seltsamste Werk,welches Jan van Eyck geschaffen hatte, bleibt aber den-noch das Abbild der Welt in der Form eines Kreises, mitgenauer Angabe der Entfernungen und Städtelagen. Erhatte es für den Herzog Philipp von Burgund gemalt , 4

Es liegt in der Natur der Dinge, dass nachdem ein-mal Jan’s Ruhm fest gegründet war, ihm nicht allein dasBeste, was die Schule hervorgebracht oder was man fürdas Beste hält, zugeschrieben, sondern sein Namen auchmit den allgemeinen Ereignissen künstlerischer Entwickelungin Verbindung gebracht wurde. Der Geschichte der Er-findungen geht die Mythologie der Erfindungen voraus.Diese stützt sich freilich nur auf die Tradition, darf abertrotzdem nicht ganz verachtet werden, wäre es nur, weil

1 Vasari I. 163. Facius p. 46.

2 Anonymus Morelli. p. 45. S.Anhang.

3 Elend, p. 14. Ist dieses Bild

authentisch, so wäre es das einzige

Beispiel, dass Jan auch auf Leinwandgemalt hat, was für grosse Dimen-sionen in den Niederlanden durchausnicht ungewöhnlich war.

4 Facius p, 46.