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VERLORENE BILDER.
Der Katalog der Eyckschen Bilder würde noch stattlicherausfallen, hätten sich alle Werke, von welchen alte, theil-weise fast gleichzeitige Aufzeichnungen Kunde gehen, erhalten.
Facius erwähnt ein Triptychon, im Palaste des KönigsAlphons von Arragonien in Neapel aufgestellt, welches dieVerkündigung darstellt, mit den Heiligen: Johann Baptistund Hieronymus auf den Flügeln; die Aussenseiten ent-hielten die Bildnisse der Stifter, Battista Lomellino unddessen Gattin . 1 Von diesem Triptychon hat sich jede Spurverloren, gerade wie von dem Altarbilde: die Gehurt Christiund die Anbetung der drei Könige, welches nach Sansovino’s Bericht in der Kirche S. Maria de’ Servi in Venedig vor-handen war . 2
In dem Inventar der Begentin Margaretha finden wirzwei Tafeln von „maistre Jehan“ dem Maler eingetragen.Das eine stellte die Madonna vor, das andere den Mon-seigneur de Ligne . 3 Sie sind nie wiedergefunden worden.
Wie im Mittelalter, so bildete auch noch im fünfzehntenJahrhundert der religiöse Gedankenkreis vorzugsweise dieWelt, in welcher sich die Phantasie der Maler bewegte.Schon die äussere Bestimmung der Gemälde, ihre Auf-stellung in Kirchen und Capellen bedingte diese stofflicheEinschränkung, welcher sich die Künstler um so leichterfügten, als es innerhalb der biblischen und legendarischenWelt keineswegs an Fülle und Mannigfaltigkeit des In-haltes gebrach, viele Schilderungen nur dem Namen nachvon weltlichen Darstellungen sich unterschieden. Aberauch letztere, die wir gegenwärtig als Genrebilder charakteri-siren würden, fehlten nicht. Sie scheinen der nieder-