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viel von dem feineren persönlichen Gepräge verloren haben,überhaupt nicht auseinanderlialten. Für die Erkenntniss desKunsttreibens in den Niederlanden bleibt aber immerhindie Prüfung der noch in grosser Zahl erhaltenen Tapetenvon grossem Nutzen . 1
1 In Bezug auf die gewirktenTeppiche, die ein Hauptobject derflandrischen Kunstindustrie im 15.und 16. Jalirh. bildeten, ist seitAchille Jubinal’s „les anciennestapisseries historiees.“ Paris 1838das Material bedeutend angewachsen.Durch die photographische Publica-tion, für den Madrider Teppich-schatz von Laurent in vielver-sprechender Weise begonnen, wirdes möglich sein, die einzelnen Ta-peten stilistisch zu vergleichen, undschärfer lustorisch zu bestimmen, alsdieses bis jetzt der Pall war. Vonden im Musfee Cluny in Paris be-wahrten Tapeten gehören nur dieTapete mit dem verlornen Sohneund eine andere mit einer allego-rischen Darstellung (das Schiff desLebens) in die Eycksche Periode.Bedeutender sind einzelne in denletzten Jahren in Born aufgefundeneTeppiche. Einen in der Sacristei inS. Pietro in vincoli bewahrten Teppichhat Purster (Denkmale V. Bd.)publicirt. Er stellt in blumenreichemWiesengrunde die Madonna dar, aufihrem Schoosse das nackte Christ-kind von musieirenden Engeln undh. Prauen umgeben; im Vorder-gründe knieet Joseplius, im Hinter-gründe haben sich die Hirten mitDudelsack und Schalmei aufgestellt.Die wohlgeordnete Composition weistauf einen tüchtigen Künstler Irin,und selbst die handwerksmässigeWiedergabe der Zeichnung hat denleinen Ausdruck der Köpfe nichtganz erforschen können. Einenoch ungleich bedeutendere Kunst-leistung ist der Teppich, welchervor einem Jahrzehnt unter demDache von S. Maria maggiorezusammengerollt gefunden wurdeund 1869 in dem ospizio di S.Michele ausgestellt war. Aüf dem
Schoosse der Madonna sitzt das be-kleidete Christuskind und hält eineTraube in den Händen, deren Saftes in einen von einer knieenden Frauihm vorgehaltenen Kelch presst. ImHalbkreise umstehen die Haupt-gruppe vier Engel, während rechtsund links am Seite zwei männlicheGestalten im modischen Costume(doch dürften Propheten gemeintsehr) die Scene abscliliessen, die voneiner farbenreichen Prachtbordureeingeralimt wird. Die Entstehungdieser Tapete (photographisch in Bomaufgenommen) dürfte aber doch erstin die letzten Jahrzehnte des 15.Jahrli., nicht in Van Eyck’s unmittel-bare Periode fallen.
In Madrid bezeichnet man eineSuite von Tapeten aus dem Lebender Maria (Laurent 524—528) mitdem Namen Van Eyck . Die Com-position ist nach Art der bibliapauperum gegliedert, alttestamenta-rische Scenen und Persönlichkeitenwerden zu neutestamentliclien Schil-derungen in Parallele gestellt. DerUrsprung dieser Tapeten (den ältestenCharakter trägt Nr. 529 mit derGeburt Clir. als Mittelbild) dürftein die erste Hälfte des 15. Jahrli.fallen, der zweiten Hälfte gehörendie beiden noch durchgebildeteren,farbenreichen Suiten: das Leben Job.des Täufers und die GeschichteBathseba’s , letztere ganz in zierlicherBomanfonn behandelt, an. Aufeinen bestimmten Meister sie zurück-zuführen ist misslich. In das 16.Jalirh. fallen die Tapeten mit Schil-derungen aus der Passion, welcheden Namen Boger van der Weydenführen. Ueber die Berner Tapeten,die Beutestücke aus den Burgunder-Kriegen wird bei Boger v. d. W.gehandelt werden.