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BREVIER DES HERZOGS
wurf erscheint wuchtig und breit ohne Ueberladung, aberdoch nicht ganz frei von scharfen Ecken. Die Eleischtönesind mit. grosser Sorgfalt aufgetragen und besitzen diewünschenswerthe Durchsichtigkeit. Der Vergleich mit demMaler der Pariser Bibel 1 fällt nicht zu Ungunsten des Malersdes Bedfordbreviers aus; die Engel, welche Gottvater um-schweben, verrathen den Charakter der Eyckschen Schule.Das Ornament, welches das Miniaturbild einschliesst, istüberaus glänzend durch viele eingestreute Figuren belebt,die zahllosen Lichter mit Gold aufgehöht. Am Fusse desBlattes befindet sich das Wappen des Herzogs von Bedford.
Die nächstfolgende grosse Miniatur (S. 57) stellt dieGeburt Christi dar, woran sich mehrere kleine Bilder (S. 81,82, 83, 84, 97) von geringerem Werthe reihen. S. 106 be-gegnen wir wieder einer grossen Miniatur: Die Anbetungder heiligen drei Könige. Die Ausführung, verschieden vonjener im ersten Bilde, zeigt in der Draperie, in dem Ivopf-schleier der Madonna Anklänge an die kölnische Schule, dieFalten sind eckiger, das Gewand des einen knieenden Königsbis zum Uebermaasse mit Gold bedeckt. Von S. 106—183ist der Raum für kleine Miniaturen ausgespart und leergelassen, nur das Arabeskenornament vollendet. Auch diesesfehlt auf mehreren folgenden Blättern, auf welchen der Kalli-graph allein seine Künste übte. Noch weiter, S. 199, er-scheinen Schrift und Ornament vorläufig durch Punkte an-gedeutet, die kleinen Miniaturen aber vollständig ausgeführt.Dieselben weisen auf eine jüngere Hand, fallen durch diescharfen Brüche der Falten und die Verschwendung desGoldes auf, sind entschieden unbedeutender als die früherbetrachteten. Das grössere Bild (S. 213) mit dem EinzugChristi in Jerusalem ebenfalls vor geringerer Bedeutungdürfte von demselben Künstler herrühren, welcher die bestenkleineren Miniaturen gemalt hat. Bei den Figuren herrscht
1 Biblia Sacra. Pariser Bibi. Nr. 6829.