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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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LAMBERT VAN EYCK.

des Herzogs gewisse Geschäfte yollfülirt 1 und 1442 dieUebertragung der Leiche seines Binders Jan vom Fried-höfe in die Kirche besorgte.

Hie Wittwe Jan van Eyck’s zahlte noch zwei Jahre nachihres Mannes Tode den Hauszins und verkaufte sodann dasHaus. Sie lebte noch im J. 1445, wie aus ihrer Betheiligungan einer Lotterie hervorgeht 2 und starb ungefähr im J. 1448,in welchem ihre Tochter Lyennie (Lievine) sich in einKloster ihrer Vaterstadt Maaseyck zurückzog. 3 Schon umdie Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts erscheint demnachdie Familie Jan’s vollständig zerstreut und bald darauf dasganze Geschlecht ausgestorben. 4 Has Andenken an Janvan Eyck blieb aber lebendig. Koch im sechszehnten Jahr-

1 Bei Gachard , Rapport sur lesarchives de l’ancienne chambre desGomptes de Plandres ä Lille p. 268findet sicli folgender Auszug ausden Rechnungen: „1431. A. Lambertde Hecli frere de Johannes de Heclipaintre de MdS. pour avoir este äplusieurs foiz devers MS pouraucunes besong'nes que MS vouloitfaire . . VII 1. IX sols.“ Darausfolgerten Carton (les trois freresVan Eyck ) und Waagen (HandbuchS. 90) dass auch Lambert die Malereiausgeübt habe und in Ermangelungeines authentischen Werkes wird ihmdas in Ypern von Jan van Eyck unvollendet gelassene (s. oben) zu-geschrieben. Die Worte „paintre“in der Rechnungsnotiz beziehen sichnach uhserer Meinung nur auf Jan;dass unter „besognes“ Anfertigungvon Gemälden zu verstehen sei, er-scheint wenig glaublich.

- Aus den Rechnungsbüchernv. S. Ilonatian in Brügge , in Messagerdes Sciences et des arts. Gent 1824.p. 51. „1444—45. Receptum anno

1445 vidua Joannis de Eyke XXXsol. par.

3 „A Lyennie van der Eecke fille

de Jehan van der Eicke jadispainctre varlet de Chambre de MdS.

lui a fait pour jme foiz pour Dienet aulmosne, pour soy aidier ä mettrereligieuse en l’eglise et monestere deMazeck en pays de liege . . .XX1III. livr.“ Rechnungen desSchatzmeisters G. Pouppet für1448—49 bei De Laborde I. p. 395.

1 Carton hat in den „Annales dela societe d’emulation de Brugestom V. 2° Serie p. 260 noch folgendeNotizen über die Eycks in denNiederlanden publieirt: Ein Claeysvan der Eyck war Mitglied der Zunftder Illuminatoren und Buchbinder inBrügge 1458—59, ein Hendric vander Eecli i. J. 1481—82. Als Ein-nehmer des Hospitales von St. Bavonbei Gent wird 1346. ein Jan vanHyke genannt. Ja im Haushalteder Herzoge von Burgund selbst istder Namen Eyck sein’ gewöhnlich.Wir stossen in den von De Laborde(I. p. XXXVII ff.) mitgetheiltenRechnungen auf einen „Jehan vonHeck eseuier“ 1427, einen Ross-liändler „Hayne van Ileyk“ 1434,auf Henri Deick und Simon vander Eyke, Messerschmied 1435 u. s. w.Noch gegenwärtig ist der Namenvan der Eyken in Belgien nichtselten.