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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
Entstehung
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VIERTES CAPITEL.

Petrus Christus. -

Der Stammbaum, welchen Historiker von der altnieder-ländischen Kunst gezeichnet haben, leitet dieselbe aus-schliesslich von den Brüdern van Eyck ab und stempelt zuSchülern der letzteren fast alle bekannten Maler der Nieder-lande im fünfzehnten Jahrhundert. Schon der Umstand aber,dass diese in den verschiedensten Städten thätig waren, inTournai und Brüssel, in Gent und Löwen u. s. w., steht mitdem Glauben, dass die Entwickelung der altniederländischenMalerei von einem einzigen Punkte ausgehe und in einerLinie sich fortbewege, in hartem Widerspruche. Vielleichtdarf auch die Analogie des politischen Lebens und der Vor-gang in der späteren holländischen Kunst zum besserenVerständniss herangezogen werden. Der Föderalismus derniederländischen Provinzen, die Autonomie der zahlreichenStädte beruhen auf keinem mechanischen Verwaltungsprincipe,sondern bilden die naturgemässe Form, in welcher das nieder-ländische Volksthum seine staatlichen Interessen befriedigte.Sie stehen aus diesem Grunde auch der Cultur nicht fern,befördern die Entwickelung der letzteren in mehr oder wenigerabgeschlossenen Localkreisen. Wie mächtig und glorreichdie Kunst in solchen kleineren Culturkreisen, welche nebeneinander emporsteigen, und nur einzelne Berührungspunktegemeinsam haben, sich entfalten könne, lehrt das Beispiel