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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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PETRUS CRISTUS.

Cristus, der seinen Lelirer in der technischen Behandlungund in einer gewissen Vorliebe für einen tiefen Farbentonim Fleische und in den Gewändern nachahmt. Dass PetrusCristus mit den Modellen, welche in der Werkstätte Jan’szu Bildern sassen, gut bekannt war, lassen die Gesichts-züge seiner Madonnen und Christkinder vermuthen, selbstden Gebrauch der Werkstättgeräthe des Meisters, seinerTeppiche und Tapeten und anderen Beiwerkes können wirnachweisen. Auf dem Madonnenbilde im Städelschen Museumin Frankfurt hat Cristus einen türkischen Teppich ange-bracht, welcher das genaue Gegenstück in der am gleichenOrte bewahrten Madonna von Lucca Jan van Eyck’s findet,und ebenso lassen sich die Gestalten Adams und Evas aufden Thronpfosten auf die gleichen Figuren des Genfer Altares zurückführen.

Nach den neuesten Forschungen war Peter Cristus derSohn eines Peter von Baerle bei Deynze und kaufte sichin das Brügger Bürgerrecht am 6. Juli 1444 ein. 1 Früherwurde sein Geburtsjahr noch an das Ende des vierzehntenJahrhunderts verlegt, weil man auf seinem Madonnenbildein Frankfurt die Jahreszahl 1417 las. Seitdem sich her-ausstellte, dass die Ziffer 1 einer modernen Restaurationihre deutliche Gestalt verdankt und in Wahrheit der Resteiner ehemaligen 4 ist, wurde Cristus dem fünfzehntenJahrhundert zurückgegeben. Damit fiel natürlich auch derAnlass fort, ihn noch zu den Schülern Hubert’s, mit welchemer nicht die geringste Verwandtschaft hat, zu rechnen. Ehermöchte man aus seiner Malweise auf einen Zusammenhangmit den rheinischen Schulen schliessen. In der That wurdeauch die Ansicht laut, dass Petrus Cristus mit jenemChristophorus Zusammenfalle, welcher im Jahre 1471 einAltarbild für die Kölner Karthause malte.' 2 Die Möglich-

1 S. die Urkunden in Beffroi I. von dem Leien und den Werken

236. kölnischer Kimstier. S l) . Köln 1850.

2 Vgl. J. J. Merlo: Nachrichten S. 82 ff, und desselben Verfassers: