KÖLNISCHE ANKLÄNGE.
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und rheinische Muster vor Augen hatte, zeigen alle ilnnmit einigem Rechte zugeschriebenen Tafeln. Die sorgfältigeFeinheit der Ausführung, die dunkle Farbenstimmung gehenauf flandrische, die kurzen Verhältnisse, die runden Köpfeauf kölnische Einflüsse zurück. Für den letzteren Umstandgibt es aber keine urkundlichen Beweise; wir scldiessennur aus der Beschaffenheit der Bilder, dass ihm die Weisedes Meister Stephan in Köln nicht fremd blieb, von welchemdas berühmte Kölner Dombild stammt, und der sich vondem älteren Hauptmeister der rheinischen Schule, vonMeister Wilhelm durch die ungleich lebendigere Wahrheit,aber auch durch die geringere Anmutli und Zierlichkeit in.der Bildung seiner Gestalten unterscheidet. Der heimischeGeschichtschreiber der niederländischen Kunst, Karel vanMander, kennt ihn nicht; dagegen nennen sowohl Vasari wieGuicciardini 1 seinen Namen, ohne jedoch über seine Be-ziehungen zu Jan van Eyck ein Wort zu verlieren. Dasssolche Beziehungen in Wahrheit stattfanden, Cristus vonJan van Eyck abhängig war, rathen wir aus doppeltemGrunde. Wir sehen in einzelnen Bildern die Hand desMeisters durch jene des Schülers abgeändert, wie in derschon früher erwähnten Madonna im Garten in der BerlinerGalerie 2 und in einem ganz nahe verwandten Madonnen-bilde der Brüsseler Galerie. 3 Sodann aber entdecken wirin Bildern, welche Cristus signirt, z. B. in der FrankfurterMadonna, Spuren, dass er das Ateliergeräthe des Lehrersgeerbt oder wenigstens mit benutzt hat.
Ein anziehendes und bedeutsames Werk aus frühererZeit ist das Bildniss des Eduard Grimston, vielleicht inCalais ausgeführt, wo Grimston 1446 in geheimer Sendungan den burgundisclion Hof sich befand. Es zeigt das Wappen
1 Vasari, IV. 163. Guicciardinip. 134. S. den Anhang.
2 Siehe oben S. 116.
UnglamlEarl ofVerulamPortrait.