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APOCRYPHE BILDER.
schwach gezeigt hat. Obgleich im Ganzen dunkel gehaltenin einem fast trüben Braun, sind doch die Fleischtöne sorg-fältig modellirt und stark aufgetragen, die Zeichnung istfest und richtig, die Vertheilung von Licht und Schattenbewunderungswerth.
Die gleiche Empfindungsweise liegt einem kraftvollen,braun röthlichen Bilde in der Londoner Nationalgalerie zuGrunde. Es stellt den Marco Barbarigo dar, welcher 1449venetianischer Consul in London war, und wird im Katalogedem Gerard van der Meire zugeschrieben. Doch erinnertes in der Tiefe der Carnation, in der Gluth der Farbe undder Vertreibung der Töne entschieden an Peter Cristus.Offenbart das Bildniss auch nicht die bis zur äusserstenGrenze vordringende Detailkunst Jan van Eyck’s , so wirktes doch durch die Tiefe und den Glanz des Colorits. Derjugendliche, runde Kopf ist mit einer Kapuzenmütze, vonwelcher purpurrothe Zipfel herabhängen, bedeckt und hebtsich von einem braunlichgrünen Hintergründe ab. DenLeib 'umhüllt ein rother Bock. In seiner Beeilten hältBarbarigo einen Brief, der an seine eigene Adresse inLondon gerichtet ist. 1
Ein ferneres Werk im Portraitfache ist das jetzt seinesFarbenglanzes beraubte Bildniss einer „Dame aus derFamilie Talbot“ in der Berliner Galerie. Diese Bezeichnung,war auf dem (nicht mehr vorhandenen) alten Bahmen zulesen, wie der Namen des Meisters: Opus Petri Christophori.Diese sonst nie wiederkehrende Schreibweise muss Bedenkenerregen; doch erscheint es unthunlich, das Bild dem Cristuskurzweg abzusprechen. Die technische Ausführung wie dasCostüm verbürgen jedenfalls das fünfzehnte Jahrhundertals die Zeit seiner Entstehung. Das Gesicht der Dame
1 London, Nationalgalerie . Nr. 696.Holz. 9 1 / 2 “ li. — 6‘/ 2 " br. aus derManfrini-Gal. in Venedig . DieAdresse lautet: „ Spetabili et Egregio
D’no Marcho Barbarielio qd’n Spe-tabilis D’nj Eranzisi p° clmratorisSti Marzi, Londims.“