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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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APOCRYPHE BILDER.

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mit den chinesisch geschlitzten Augen ist mehr fremdartigals anziehend. Auch das Gewand wirkt keineswegs vortheil-haft. Eine hutartige Mütze und ein Schleier bedecken dieStirn, von welcher alles Haar zurückgestrichen wird; einSchleier aus Seidengaze fällt von den Schultern herab undist auf der Brust mit einer Nadel festgesteckt, über dieschwarze Schnürbrust ist ein mit weissem Pelz verbrämterMantel geworfen. Das Colorit zeigt kühle aber sanfte undharmonische Töne, eine feine Modellirung und pastosenAuftrag. Die Zeichnung ist fest, ohne Härte, die Stickereian dem Gewände in starkem Relief. 1

Den li. Hieronymus in der Antwerpener Galerie, einc£"i7eron°y-schwache Leistung eines späteren vlämischen Malers, 2 darf manPetrus Cristus so wenig zuschreiben, wie die Bilder, welchein der früheren Lyversbergischen Sammlung in Köln aufden Namen Christophorus gingen, 3 dagegen bewahrt das MadridMuseum del Prado in Madrid zwei Tafeln auf den Namen cMrräcioJan van Eyck getauft, deren technische Weise weit eher an Barbara. 'Cristus erinnert. Die eine mit der Jahreszahl 1438 ver-sehene Tafel zeigt den knieenden Donator in geistlicherTracht, den Kopf mit einem runden Käppchen bedeckt, dieHände zum Gebete gefaltet, hinter ihm den Täufer mitnackten Beinen, über die Schultern einen braunen Mantelgeworfen, auf einem geschlossenen Buche ein kleines Lammtragend. Eine spanische Wand trennt das Gemach in zweiAbtheilungen. Der convexe Spiegel an der Wand ist eineReminiscenz an Jan van Eyck , wie auch der Blick durchdas geöffnete Fenster (dessen obere geschlossene FlügelWappen zeigen) der in der Schule Eyck’s heimischen Sitte

1 Berlin, Museum. Nr. 532. Holz.11" lx. — 9" br. aus der SammlungSolly. Der Hintergrund ist grauund dunkel.

2 Antwerpen, Museum. Nr. 32.Holz. 0.29 h. — 0.19 br.

3 Diese Bilder, die aucli unter

dem Namen des Lucas v. Leydeix,in vei-schiedenen Sammlungenspuken, stammen von einem unter-geordneten Meister Westfalens ausdem lfi. Jahi-h. her und sehen aller-dings einer Caricatur des Lucas v.Leyden nicht unähnlich.