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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
Entstehung
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FÜNFTES CAPITEL.

Gerard van der Meire.

Unter den Namen altflandrischer Maler, welche dieGeschichte uns überliefert hat, besitzt jener Gerard vander Meire’s einen guten, wenn auch keinen scharfen Klang.Nach einer mehr als zweifelhaften Quelle 1 war er ein SchülerHubert van Eyck’s ; dagegen erzählt van Mander, dass seineThätigkeit erst nach dem Tode Jan’s begonnen habe, auchtrat er nicht früher in die Genter St. Lucasgilde als imJahre 1452. 2 Es scheint, dass Gerard van der Meire inGent eine ähnliche Kölle spielte, wie Peter Cristus in Brügge .

1 Im Messager des Sciences et des

arts, Gand 1824. j>. 132. publicirte leBast einen Auszug aus einer Hand-schrift des 15. Jahrhunderts, welchesich im Besitze des Hm. F. B. Del-becq befand: „1447. In dit jaer isde salige Colette gestorven int cloostervan de Arme Claeren: haere fighuratiein een tafereel gebragt door GheeraertVan der Meire, discipel van meesterHubertus van Eyck .“ Bas Manu-script, mit der in ihrer Allgemeinheitbedenklichen Bezeichnung: „manu-scrit de la fm du XV. siede“ ist seit-dem nie wieder zum Vorscheine ge-kommen, wurde auch bei der Auc-tion der Belbecq’schen Bibliothek1840 nicht gefunden. Ganz so ver-halt es sich mit einem anderenManuscripte, welches im 17. Jahrli.einem Herrn de Bellern angehörte

und worin sich folgende Einzeichnungeines Genter Stadtschreibers van derBeke befinden soll:

„Voor de beeldenbraeken, de Kerkevan Sint Jans (gegenwärtig St. Bavon)was de peirel van de oude meester-stukken. Meester Geeraert Van derMeere van Gent had een Mariabeeid geschildert en Jodocus van Gentdiscipel van Hubertus van Eyck , eentafereel verbeeldende Sint-Jans ont-hoofdinghe“ (Enthauptung)..Messagerebend.

, 2 Van Mander p. 205. edit. 1617.Bl. 127. Busscher. (Becherches surles peintres Gantois) gibt eine Eisteder Mitglieder der Genter Bucas-zunft. In derselben kommt: „MeesterGheraert van der Meire fs (Filius)Pieter“ 1452 als Meister, 1471 als„gezworener“ vor.