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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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IN TU1UN UND LONDON .

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Lichter der Wolken sind fest aufgesetzt, doch fällt im Vorder-gründe und in den näheren Theilen der Mangel der Luftper-spective auf. Die Gewänder sind besser gemalt als ge-zeichnet. Der volle Farbenkörper erfreut, die scharfenBrüche stossen ab. Der Versuch, das Werk in die Leihe alt-ilandrischer Bilder einzuordnen, führt zu folgendem Schlüsse:

Es offenbart das Bild in Lütschena eine von dem Stile derEycks verschiedene Kunstweise, es steht näher der Manier vander Weyden’s und hat nichts gemein mit jener Memling’s.

Verwandt in der Behandlung, aber lange nicht so fein' 1 ’™"“™ 11 'ausgeführt erscheint eine Heimsuchung in der Turiner Galerie . 1

Führten die beiden Berliner Tafeln zu dem Bilde inLütschena, so weist dieses wieder den Weg zu einem nochwichtigeren Werke in der Londoner Nationalgalerie, wel- Ücgräbniss* ches die Ausgrabung des li. Hubertus, Bischof von Lüttich , 'schildert . 2 Sein Leichnam, in die reichsten Ajptsgewändergehüllt, wird von zwei Mönchen aus der Gruft gehobenund ragt theilweise schon über diese hinaus. Ein Bischofzu den Füssen des Heiligen schwingt das Bauchfass, wäh-rend die fromme Gemeinde, Priester und Laien, trauerndumher steht. Der Schauplatz ist in eine gothische Kircheverlegt. Dass diese dem h. Petrus geweiht ist, sagt dessenStatue in einer Nische über dem Altäre. Auf dem Altarselbst steht der Schrein des h. Hubertus, mit der Figur desHeiligen geschmückt, und von einer Kreuzigung in braunerFarbe überragt. Durch das Altargitter blickt neugierigein und der andere Kopf. An den Säulen, welche die

1 Turin , Museum. Nr. 312. Holz.

0.89 h. — 0.36 br. Offenbar bildetendiese Tafel und die unter Nr. 320aufgestellten (ein betender Stifter)Tlieile eines grösseren Ganzen. Diesesbeweist das gleiche Format, die gleicheTechnik. Doch ist bei Nr. 320 derKopf neu.

2 London , Nat.-Gal. Nr. 783Holz. 2' liy 2 " — 2' 8" br. Früherin den Sammlungen Beckford’s inFonthil], wo es unter dem NamenJan van Flyck ging, und Eastlakes;jetzt wird es im Kataloge DierickBouts bezeichnet.