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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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APOKRYPHE BILDER IN MÜNCHEN ,

Eine Verkündigung, von viel kleinerem Formate als dasfrüher erwähnte Bild gleichen Inhaltes, stammt aus dem16. Jahrhundert von einem Maler, der selbst einem Patenieruntergeordnet ist. 1 Bei dem jüngsten Gerichte endlich,einem kleinen Gemälde, dessen obere Hälfte eine andereHand zeigt als die untere, fällt auf, dass der Kopf Christidem dorngekrönten auf Goldgründe, der oben beschriebenwurde, ähnlich erscheint. 2

München Den Gemälden in der Münchner Pinacothek, welche

Vor kündig- 7

uns Materj u früheren Katalogen den Namen van der Goes führten,Tüiifer* nicht das geringste Anrecht darauf inne. Die Ver-

kündigung aus der Boisscreesclien Sammlung, ist nahezu eineWiederholung des Berliner Bildes. 3 Die schmerzreicheMaria mit Johannes und den klagenden Frauen kann alseine gefällige Darstellung aus der Schule van der Weydensbezeichnet werden. 4 Einen Johannes den Täufer, im rothenMantel über dem härenen Gewände, der in einem schönenWaldgrund ruht und auf das Lamm hindeutet, muss mantrotz der Inschrift: E. V. D. GOES. 1472 einem anderenMeister, nämlich dem Hans Mcmling zuschrciben. 5

1 Berlin Nr. 548. Holz. 6" h. —f‘/j"

2 Ebend. Nr. 800. Holz. 2' 2" li.— 1' 2" br. Der h. Augustin aufdem Tluone mit einem Stifter zuseinen Füssen (Nr. 540), der frühergleichfalls als Hugo van der Goosdurch den Katalog schritt, führt seit1857 den bescheideneren aber eben-falls wenig zutreffenden Namen:Goswyn van der Weyden.

2 München , Pinac. Cab. III. Nr. 40.Holz. 3' 8“ li. — 3' 5" br. Halb-lebensgr. Figuren. Die Madonna hatsich erhoben, um die Botschaft desvor ihr Knieenden, in priesterliclieGewänder gekleideten Engels zuvernehmen. An der Wand sind inRundbildern der Sündenfall undGideon mit dem Engel gemalt. Ausder S. Boisserie.

4 Ebend. Cab. IV. Nr. 66. Holz.

1' 6" h. — V 2" br. Halbfigureil.

Aus der S. Boisserie, wurde auchMabuse zugeschrieben, jetzt alsniederrheinischer (nicht kölnischer)Meister aus dem Ende des 15. Jaln-h.catalogisirt. Von demselben Meisterist auch eine Madonna, unter einemgotliisclien Tabernakel sitzend, mit.dem Kinde auf dem Sclioosse, welchemein weissgekleideter Engel eineBlume reicht (Nr. 119). Die soge-nannte Ruhe in Egypten (Nr. 54):die Madonna sitzt mit dem Christ-kind auf dem Sclioosse im Gränen,während Joseph von einem BaumeNüsse abschlägt, ist in einem aus denManieren Pateniers und Mostaertsgemischten Stile genullt. Der Katalogdefinirt das Bild in der Art undRichtung Memling’s mit weitent-wickelter Landschaft.

5 Ebend. Cab. VI. Nr. 105. Holz.11 " 6"' h. — 9" br. Die Unter-schrift in goldenen Lettern: H. V. D.