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ist von Goldstoff, der Saum mit goldenen Buchstaben ge-stickt. Ihr zur Seite steht ein Betpult, mit einem rotlienTuche bedeckt und mit Büchern gefüllt, hinter ihr öffnetsich ein Bogen von weissen und rotlien Steinen gewölbt.Den mittleren Raum und zum Theil auch noch die linkeAbtheilung nimmt der Engel der Verkündigung ein. Ineine Chorkappe von schwerem Brocat gekleidet, in derenBorde die Apostelbilder gestickt sind, knieet er mehr imMittelgründe, die eine Hand zum Grusse erhoben, in deranderen einen zierlichen Stab haltend. Sein weisses Unter-gewand fällt in Falten bis auf den weiss und braun ge-würfelten Boden herab und lässt die nackten Füsse sehen.In einer Wandnische bemerken wir ein Wasserbecken, inwelches ein Vögelchen den Schnabel taucht, weiter eineKanne am Haken und das Handtuch über Rollen gehend,und auf der Fensterbank ausser einer Schachtel mit Back-werk noch in einer zierlichen Vase die herkömmliche Lilie.
Durch drei offene Bogen gewinnen wir den Ausblickauf ein Hügelland durch Episoden aus der JugendgeschichtcChristi belebt; eine gleiche Aussicht zeigt auch das grosseFenster links, nur dass ein Orangenbaum theilweise ver-deckend vortritt. Neben dem Fenster befindet sich auf einemschmalen Papier der Künstlernamen geschrieben. Gott-vater, der mitten aus der reich geschnitzten Architecturauf die Madonna herabblickt und goldene Strahlen auf siefallen lässt, trägt den Ausdruck eines wohlwollenden Greisesmit Silberhaaren und langem weissen Barte. Ueber den ge-schweiften gothischen Bogen steigt noch Stabwerk in dieHöhe, mit kleinen Prophetenfiguren als plastischem Schmucke.
Dass Justus von Gent ein Schüler Hubert’s oder Jan’sgewesen wäre, wird aus diesem Wandgemälde nicht er-sichtlich. Im Gegentheil: das vlämische Element lässt sichzwar dem Werke nicht absprechen, es zeigt sich aber mitden Eigenthümlichkeiten der kölnischen Schule gemischt.Zugegeben, dass man ein Wandbild in Tempera mit Tafel-