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JUSTUS D’ALLAMAGNA.
geborenen und hier Zeit seines Lebens ansässigen Malerzu denken? Die Inschrift auf dem Bilde lässt es überdieszweifelhaft, ob Justus ein Deutscher oder Vläminger war.Sie lautet:
Justus d’Alla--magna pinx--it, 1451.
Unter Allamagna muss nicht nothwendig Deutschland gemeint sein, da wir aus Guicciardini wissen, dass auch dieNiederlande unter dem Ausdrucke: Niederdoutschland be-griffen wurden . 1 Da die Urkunden keinen sicheren Anhaltgewähren, so müssen wir bei dem Bilde selbst Rath holenund aus der Natur seines Stiles das Land erforschen, inwelchem der Meister erzogen wurde.
Das Bild, gegenwärtig zum besseren Schutze untereinen Glasrahmen gebracht, geniesst von einem auf die Seeblickenden Fenster die vortrefflichste Beleuchtung und istbis auf einzelne Theile gut erhalten . 2 Die Handlung gehtin einem grossen von einem spätgothischen reich verziertenBogen umschlossenen Gemache vor sich, welches letzteredurch zwei dünne (durch den Rahmen fast ganz verdeckte)Säulchen in drei ungleich grosse Räume getlieilt wird. DieMadonna, rechts am Pulte knieend, scheint auf die Bot-schaft des Engels zu hören und neigt leise ihr Haupt gegendenselben. Durch einen feinen Kopfschleier schimmert ihrblondes Haar durch, der blaue Mantel, anmutliig über denKopf gezogen, wird vorn am Halse fest gehalten, lässt diezierlich über der Brust gekreuzten Hände frei und fällt inlangen weichen Falten auf den Boden, welche bis in denmittleren Raum reichen. Das Untergewand der Madonna
1 Guicciardini. Nr. 5. „chiamasi anco Germania inferiore o Alamagnabassa.“,
2 Genua , S. Maria di Castello.ICreuzgang. V 1" h. bis zum hori-zontalen llahmen, mit Lünette 9' h.
— 11' br. Das Gold auf den Ge-wändern ist verblichen, das Blau amMantel der Madonna nachgedunkelt.Auch die Landschaft hat an Klarheiteingebiisst. Abbildung bei Förster(Denkm. XI. Bd.).