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Unserer lieben Frauen ausgeführt hat, nach Art des Werkes,welches er in der Capelle des grossen Fleischhauses gemacht.“
Dass der Wortlaut nur aus der Erinnerung festgestellt werdenkonnte, bleibt um so mehr zu bedauern, als er mit dem Inhaltder notorischen Verträge, welche Nabor Martin abgeschlossenhatte, vollkommen übereinstimmt. Bestätigt wird übrigensdie Vermuthung auch noch durch den Umstand, dass Jacobde Ketelbo oder Jacob de Ketelboetere ein Metzger war, derim Jahre 1443 zum Ehrenmitglied der Lucasgilde gewähltwurde und zwar auf den Antrag und die Bitte NaborMartins, für welchen er einige Jahre zuvor in einer Schuld-sache Bürgschaft geleistet hatte.
Eine künstlerische Persönlichkeit würde Nabor MartinJ 3 ?"*- G kübrigens für uns erst dann werden, wenn sich das Wand- ciSigemälde in der grossen Fleischhalle unversehrt erhaltenhätte. Leider wurde es von einem modernen Bestauratorvollständig übermalt, so dass wir wohl den Inhalt errathen,aber nicht den Stil und den Formensinn des Künstlers be-urtheilen können. Das neugeborene Christkind liegt aufeinem Strohlager, im Kreise umringt von Gestalten, unterwelchen ausser der Madonna und zwei Engeln Jacob deKetelboetere und des Stifters Eltern hervorzuheben sind.Gottvater blickt vom Himmel herab, der heilige Geist sendetLichtstrahlen auf das Christkind, ein Hirte weidet seineHeerde auf dem Felde. Im Vordergründe aber knieenPhilipp von Burgund mit seinem Sohne und die Herzoginmit ihrem Pagen Adolf de Ravenstein — alle in vollem Putzeund durch ihre Wappenschilde kenntlich gemacht.
Wendet man sich von Gent nach den anderen Städtender Niederlande, um hier zu sammeln, was sich etwa anErinnerungen an die alten Künstler erhalten hat, so gewinntman bald die Einsicht, dass man kaum etwas anderes undmehr thun kann, als die leeren Namen, wie sie in denAnnalen Vorkommen, zu wiederholen. Schon im 16. Jahr-hundert war z. B. Franz Mostaert von Harlem über die