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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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HISTORISCHE STELLUNG.

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ulnbogen und am Beine wieder festbanden, aus Furcht sichselbst oder andere zu verletzen. Der Gang auf den Strassenwurde nur dadurch möglich, dass noch hölzerne Trippenan die Schuhe befestigt wurden. Prunkgesetze sollten dieTracht der verschiedenen Stände regeln, Gold und Seideden Vornehmen Vorbehalten bleiben. Wohl gab es auchGegner solch tliörieilten Treibens und in Brüssel insbe-sondere regte sich eine Art puritanischen Gegensatzes ge-rade zur Zeit van der Weyden’s. Mit wie geringem Er-folge sieht man am besten daraus, dass sich aus van derWeyden’s Bildern, seinen heiligen drei Königen z. B. dieModetrachten verlässlich studiren lassen.

Der Vergleich Boger’s mit den Hubert und Jan vanEyck fällt entschieden zu Gunsten der letzteren aus. Wiekam es nun, dass Roger nicht allein in hoher Achtung beiden Zeitgenossen stand, sondern auch die Brüder van Eyck an Ruhm und weittragendem Einfluss rasch überflügelte ? Erist von allen niederländischen Meistern in Italien am bestengekannt; ihm dankt Brügge seinen Memling, Löwen seinenDierick Bouts, selbst der einzig originelle Maler der Nieder-lande im 16. Jahrhundert Quintin Massys geht auf die ge-nannten Männer also auch auf Roger zurück. Die kölnischeSchule zwingt er in eine neue Bahn, zu der EntwickelungMartin Schongauer’s und Albrecht Dürer’s legt er fruchtbareKeime. 1 Seiner vollendeten Technik dankt er diese hervor-ragende Stellung nicht, denn diese stand hinter jener derbeiden Altmeister zurück. Was ihn dem Herzen und demGedäclitniss der Menschen nahe brachte, waren vielmehrdie Gegenstände, die er sich zur Schilderung auswählte,war der Umstand, dass er durch den Inhalt seiner Bilder

1 Vgl. den Brief Lambert Lom-bard an Vasari aus Lüfcticli v. 27.April 1565 bei Gaye Gmteyyio III.176. In Germania si levö poi unBel Martino, tagliatore in rame, ilquäle non abbandonö la maniera di

Rogiero, suo maestro. — Da questoBei Martino sono venuti tutti lifamosi artefici in Germania, il primoquel absoluto amorevole AlbertoDurero.“

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