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BOGER’S STIL.
Die gleichmässige Helligkeit seiner Bilder setzt einelängere Uebung der Temperamalerei voraus. Die sorg-fältige Modellirung des Fleisches verdient alles Lob, eben-so der feine Schmelz der gewöhnlich blassen Farben, letzteresum so bemerkenswerther, als die Farben stark impastirt sind.Während Boger es bei der Carnation auf die zarteste Ver-schmelzung anlegt, erlahmt nicht seine Geduld, jedes Haarund Barthaar einzeln zu malen. Die Gewissenhaftigkeitin der genauen Wiedergabe jedes Details ist so gross,dass die nächsten und die fernsten Tlieile der Landschaftmit der gleichen Deutlichkeit bis in das kleinste ausge-führt sind. Natürlich vermisst man den Luftton, welcherdie Gegenstände auseinander hält. Auch das gehört Bogereigenthümlich an, dass er die Figuren des Vordergrundesgern auf einen öden steinigen Boden stellt. Aus den Spaltenkriecht da und dort eine steife Pflanze hervor, deren Stieleund Blätter wieder mit peinlicher Genauigkeit gemalt er-scheinen.
Zu der Vorliebe für architektonische Ornamente undEinrahmungen kann er durch seine Jugendbeschäftigung ge-kommen sein. Vielleicht, dass ihm die Polychromirung derSteinwerke oblag. Bei allem Fleisse und sorgfältiger Aus-führung verleiht er aber auch den Ornamenten nicht denwarmen Ton und das vollkommene Belief, das wir bei Janvan Eyck bewundern. In der Linearperspective war Bogerfast -gar nicht bewandert.
Sparsam im Anbringen von Zierathen macht er sichniemals einer Ueberladung der Gewänder schuldig, indemer sie etwa mit Stickereien und Edelsteinen besetzt. Inseinem naiven Naturalismus schildert er aber getreu alles,was er in seiner Umgebung erblickte, daher konnte er dieUngeheuerlichkeiten der Tracht von seinen Bildern nichtfern halten. Und diese Ungeheuerlichkeit war zu seinenLebzeiten auf den höchsten Grad gediehen. Modenarrentrugen die Schnabelschuhe so lang, dass sie die Spitzen