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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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AUFENTHALT IN EEBBABA.

über die rauhe, abstossende Hässlichkeit des vierzehntenJahrhunderts. Tura und Cossa, am fürstlichen Hofe vielbeschäftigt, hatten kein anderes Ziel, als den strengen aberungefälligen Realismus der Schule Mantegna’s zu verewigen.Unter diesen Umständen konnte es Roger, auf den Bodenvon Ferrara verpflanzt, nicht schwer werden, Gunst zu ge-winnen. Ging doch schon das Streben der FerraresischenKünstler dahin, jenen malerischen Formen Geltung zu ver-schaffen, an deren vollendete Verkörperung im Norden derAlpen man glaubte und die in der Tliat hier anmuthigerbehandelt wurden. Der Realismus, zu welchem sich dieAnhänger des in Padua und in der Nachbarschaft Paduas einflussreichen Squarcione bekannten, wies hässlichereFormen und gemeinere Züge auf, als die naiv naturwahreRichtung der flandrischen Meister.

Als Roger van der Weyden frühzeitig im Jahre 1449hier zu arbeiten begann, stiess er auf ein reges Kunstleben,Bono und Angelo von Siena hatten in den Landhäusern desMarchese in Migliaro und Belfiore Malereien übernommen,Galasso war mit der Ausschmückung des Palastes Belriguardobeschäftigt, Tura stand im Begriff, in die fürstlichen Dienstezu treten oder hatte es soeben gethan. 1 Das Werk, mitwelchem Roger in Ferrara auftrat, war ein Triptychon mitder Kreuzabnahme als Mittelbild und mit der Vertreibungaus dem Paradiese und dem Portrait Lionello d’Este’s aufden Flügeln. Cyriacus , dem wir diese Nachricht verdanken,meldet ferner, Angelo aus Siena sei alsbald ein NachahmerRoger’s geworden. 2 Fast bei allen Ferraresen jener Zeitbemerkt man aber diesen Hang, ohne dass man den Erfolgloben kann. Im Gegentlieil, sie hätten Besseres tliun können,als die Trockenheit des Meisters von Brüssel anzunehmen.

1 Crowe und Cavalcaselle, Ge- 2 Cyriacus in Collucci Antichitäschichte der ital. Malerei. D, A. Picene XV. 143. Cyriacus sali dasV. Bd. 8. 551. Triptychon am 8. Juli 1449.