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daran nahmen die letzteren den geringsten Anstoss. Ander Uebung der bildenden Künste batten die Einheimischenebenfalls nur geringen Antheil. Künstler der verschiedenstenSchulen wurden von den Fürsten Ferraras beschäftigt, seitdem Anfang des fünfzehnten Jahrhunderts bis weit überdie Zeit hinaus, in welcher Yan der Weyden Ferrara be-suchte. Seite an Seite arbeiteten in demselben Gebäudedie Bildhauer Heinrich von Brabant und Baroncelli ausFlorenz , deren Schnitzwerke wieder ein Ungar, NamensMichael, mit Farben überzog. Ein Simon „de la Magna“stand als Goldschmied am meisten in modischem Ansehen,von einem Zanin „de Franza“ rührten Stickereien für kirch-liche Prachtgewänder her . 1 Vittor Pisano verpflanzte nachFerrara einen Misclistil, der umbrisches Wesen durch dieBerührung mit Veroneser Elementen theilweise umgestaltetoffenbart; eine ausgewählte umbriscli-toskanische Kunst-weise schickte sich der berühmte Piero della Francesca an, hier einzubürgern.
Angelo de Pietro von Siena , der sonderbar genug denKuhmesnamcn „Parrasio “ sich erwarb, machte hier die etwasaltfränkische Manier seiner Landsleute heimisch ; 2 Bonoaus Ferrara brachte hieher zurück, was er in Padua ge-lernt hatte . 3 Unter den Localkünstlern genoss GalassoGalassi nicht geringen Kulim; doch erhob er sich kaum
1 Citaäella (Luigi Napoleone),Notizie relative a Ferrara. S'KFerrara 1864. pp. 62, 74, 79, 80 — 82,419.
2 Angelo di Pietro d’Angelo oderAngelo del Macagnino war einSienenser Maler, der i. J. 1439 in Noceraeines Mordes wegen verhaftet worden.Der Rath von Siena suchte vergeblichseine Freilassung nach, die von demCardinal Giovanni verweigert wurde.Sein Testament, im Archive von
Siena bewahrt, ist aus Ferrara ,5. Aug. 1458 datirt. 8. G. Milanesi,Documenti per la storia (lell’arte
Sanese. II. p. 187 und 295. Erwar in den Diensten des Lionellound Borso d’Este 1444—1456 undmalte mehrere Tafeln im sog. Studioin Belfiore. (Mittheilungen derMarchese Campori in Modena .)Bilder von Angelo sind nicht be-kannt.
3 Citadella, Doemnenti &c. vis-guardanti la storia artistiea Ferrarese.8 ". Ferrara 1868, pp. 112 und 364.Bono war 1441—42 und 1461 inSiena beschäftigt, 1450 im herzog-lichen Dienste in Ferrara .