266 APOKRYPHE BILDER.
Eichenholz, welches die flandrischen Künstler gebrauchten,gemalt sei. 1 Lanzi, welcher das Bild im Palazzo Nani inVenedig kennen lernte, kam wieder auf Roger zurück undhielt den Aufenthalt des letzteren in Venedig dadurch er-wiesen. 2 Diese Ansicht gewann eine scheinbare Stütze durchdie Notiz des anonymen Kunstfreundes, welcher im Anfängedes sechszehnten Jahrhunderts die Sammlungen Oberitaliensbesuchte. Er fand in dem Hause des Marco Zuanne Kamin Venedig ein Selbstportrait Roger’s in Oelfarben aus demJahre 1462. 3 Dadurch wird aber nicht bewiesen, dass dasBild in Venedig gemalt worden sei, sondern nur dass esvon Koger’s Hand stamme. Leicht konnte es in Eiandernselbst erworben sein, da die Familie Ram •— aus Spanien ein-gewandert— grosse Handelsgeschäfte in Venedig trieb. 4 Wasnun aber das Berliner Bild betrifft, so stimmt nicht alleinsein Inhalt gar nicht mit dem vom Anonymus angegebenen,und ist sein Grund venetianisch.es Tannenholz, sondern seinemStile nach ist es unzweifelhaft im sechszehnten Jahrhundertvon einem Italiener und zwar von einem Schüler Mantegna’s gemalt. Die Haltung und Bewegung der Heiligen, derAusdruck der Köpfe hat nichts mit der flandrischen Schulegemein, weist vielmehr wie die dünne Farbe, die schlankenFormen, die geschwungenen Umrisse auf die Schule vonPadua .
Christus mit Der dorngekrönte Christus in der Münchner Pina-
der Bornen-
kröne. p 0 thek aus dem Schlosse Ambras in Tirol, früher auf vander Weyden, jetzt auf einen Eyckschen Nachfolger vonc. 1500 geschrieben, scheint eher eine schwächliche Leistungeines Schülers des Quintin Massys zu sein. 5
1 Zanetti, Pittura veneziana. 1771.Libr. I.. p. 31.
2 Lanzi, Geschichte der Malereiin Italien. D. A. III. Bd. S. 28.
3 Anonimo ed. Morelli p. 78. „In
casa de M. Zuanne Ram a S. Stefano
1531. El ritratto de Rugerio da