APOKRYPHE BILDER.
267
Das Gepräge der Bogerschen Schule trägt eher einkleines sorgfältig gemaltes Tafelbild des Antwerpener Museums e ™ 8,an sich: die Verkündigung, 1 nicht unähnlich derselben Dar-stellung im Louvre, welche ehedem als ein Werk des Lucasvon Leyden galt. 2
Ob das Portrait Philipp des Guten gleichfalls im Ant -Port.Pliilippwerpener Museum diese Bezeichnung mit Itecht trage, istungewiss. Das Alter des Mannes dürfte 60 Jahre betragen,seine Tracht lässt ihn als einen Bitter des goldenen Vliesseserscheinen. 3 Die harte und trockene Weise, dieselbe diewir auf dem benachbarten Mönchsbilde — angeblich vonMemling — beobachteten, schliesst Koger von der Urheber-schaft aus, dem auch in der Akademie zu Brügge zwei Tafeln: A ££°iodie Anbetung der drei Könige und die Anbetung der Hirten dw* Hirten,fälschlich zugeschrieben werden. Sie sind ein halbes Jahr-d^Künigo.hundert nach Boger’s Tode gearbeitet. 4
Das Städelsche Museum in Frankfurt bewahrt drei Ff” kfurtTafeln, welche aus der belgischen Abtei Flemalle stammenund in der Schule van der Weyden’s gemalt sein mögen.
Auf der einen ist die Madonna fast lebensgross dargestellt,mit dem Kinde an der Brust, auf der anderen in ältlicherGestalt die Veronica mit dem Scliweisstuche, die dritteTafel zeigt grau in grau Gottvater, welcher den todtenChristus vor sich hält, darüber die Taube — also ein Bildder Dreieinigkeit. 5
1 Antwerpener Mus. Kr. 396. Holz.0.20 h. —' 0.12 br. In Deutschland 1833 gekauft und lange Zeit Mem-ling zugesclirieben. Lithographie inMessager des Sciences. 1834.
2 Louvre Nr. 595. Holz. 0.86 h.— 0.92 br. Gilt jetzt als SchulbildMemling’s .
3 Es gehörte J. B. Colbert, dem
Sohne des grossen Finanzmannes,an. Louis stach es für Suyderhoffs
Sammlung der Herzoge und der
Prinzen von Burgund. Ertbornkaufte es 1827 in Besannen.
4 Akademie von Brügge . Nr. 35.u. 36. Holz. 0.90 h. — 0.60 br.gehörten zu einem Altäre. Dieäusseren Flügel enthalten eine un-verständliche Legende.
5 Städelsches Museum. Nr. 72—74. Holz. Im Halbkreis geschlossen.4' 63 U“ h. — 1' 71 / 2 " br. VonIgnatz van Hauten in Aachen ge-kauft. Vgl. Messager des Scienceshistoriques 1846. p. 149.