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Münchner Tafel bereitet uns auf die Meisterschaft vor,welche wir schon in dem nächstfolgenden Werke Memling’s ,einer der grössten Schöpfungen der Kunst jener Zeiten,begrüssen. Wir meinen das jüngste Gericht in Danzig .
Wie so viele andere niederländische Bilder, so warauch das jüngste Gericht bestimmt, die Augen italienischerKunstfreunde zu erfreuen. Im Jahre 1473 wurde es mitvielen anderen Gütern in Brügge auf ein Schiff verladen,welches die Agenten des Hauses Medici, die wohlbekanntenPortinari, für die Beclinung italienischer Geschäftsfreundebefrachtet hatten. Dass das Werk, ein stattlicher Altar-schrein, nicht nach dem sonnigen Süden, sondern dem rauhenNordosten, in das preussische Ordensland schliesslich gelangte,hängt mit den Verwickelungen des Hansahundes zusammen.
Das fünfzehnte Jahrhundert sah den höchsten Auf-schwung der deutschen Hansa, im weiteren Verlaufe aberauch den Beginn des Niederganges ihrer Macht. Diesebrach sich an der Erstarkung der scandinavischen Reiche,an der Stiftung des geschlossenen burgundischen Herzog-thums und an dem Aufkommen selbständigen Handelsgeistesin England. Die Hansa weigerte den „Merchant adventurer“,wie die englischen Kaufleute heissen, die nach fremden Ländernhandelten, Theilnalime an den Vortheilen, die sie seihstgenoss. Zur Wiedervergeltung wurden ihre eigenen Privi-legien in London beschränkt, theilweise ganz vernichtet.Die Folge war mehrjähriger Streit und Krieg (1468)zwischen England und der Hansa, welchen nicht allein dieregelmässigen Kriegsflotten durchfochten, in welchem auchKaperschiffe der Piraten mit wechselndem Glücke eingriffen.
Im Bunde der Hansastädte nahm damals Danzig einehervorragende Stellung ein, im sogenannten preussisclienViertel führte es sogar thatsächlich die Herrschaft. Unterden Ansprüchen der englischen Kaufleute hatten Danzigs Monopole mit am meisten gelitten, kein Wunder, dass esan dem Kriege mit Eifer sich betliätigte. Paul Beneke .