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1520 nicht weniger als vier Portraits von Memling’s Handgemalt und eine noch grössere Zahl von Flügelaltären. 1Ein anderer hochgebildeter Kunstfreund Italiens , der Car-dinal Bembo, bewahrte gleichfalls in seiner auserlesenenSammlung in Padua einen Flügelaltar von Mem-ling. Der Anonymus sah dieses Diptychon und beschreibtes folgendermaassen: „Ein kleines JBild in zwei Flügeln.
Auf der einen Seite sitzt in einer Landschaft der bekleideteJohannes der Täufer mit dem Lamme; auf der andernSeite ist in einer Landschaft die Madonna mit dem Kindedargestellt. Es ist von der Hand des Zuan Memeglino ausdem Jahre 1470.“ 2 Wenigstens der eine Flügel diesesBildes, des ältesten, das wir bis jetzt von Memling kennen,hat sich erhalten und zwar in der Münchner Pinakothek .
Die äussere Beglaubigung- fehlt allerdings der Münchner Tafel,und wie sie aus Padua schliesslich in die Isarstadt gelangte,ist nicht bekannt. Sie stimmt aber genau mit der Be-schreibung, welche der Anonymus von dem Bilde Bembo’sgibt, überein und sie trägt in der sorgfältigen Arbeit, in derüberaus feinen technischen Vollendung das Gepräge Mem-ling’s .
Der Täufer im Wamms aus Kameelhaaren und dem, To ^Xwsdcrrothen Mantel darüber sitzt auf einem Felsstück neben Taufor -einer Quelle und weist auf das weidende Lanrni hin, währendam Bande des entfernteren Gehölzes ein Hirsch stille steht,um zu trinken. Der Maler des Bildes offenbart sich bereitsals ein gesetzter Künstler, welcher alle Schwierigkeiten 1 derAusführung beherrscht, mit allen Kniffen und Pfiffen derTechnik vertraut ist und durchaus befähigt, unter den Ge-nossen einen hervorragenden Platz sich zu erobern. 3 Die
1 Anonymus Morelli p. 75.
- Ebendort p. 17 und 20.
8 München, Pinakothek . Cab.Nr. 105. Holz. 0.30 h. — 0.24 br.Die vergoldete Inschrift: H. V. D.Goes 1472 ist gefälscht. Aus dem
Nachlass des Königs Max I. erworben.Der schüchterne Versuch des Kata-logs (von R. Marggraf), auch denanderenFlügel desBemboschen Bildesin Nr. 54 der Pinakothek zu ent-decken, hatte keinen Erfolg.