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Luft. An den Figuren des Vordergrundes erscheint diedünne Farbe durch die zarte Pinselführung gemildert, auchbesitzt hier das Fleisch eine reizende, wenn auch etwasblasse Durchsichtigkeit, die nicht allein von der feinenEmpfindung des Künstlers, sondern auch von seiner hervor-ragenden technischen Kraft Zeugniss ablegt. Es gab ohneZweifel eine Zeit, in welcher das Danziger Altarbild einegrössere Anziehung übte als gegenwärtig, in welcher nochnicht die Oberflächen von einer frevelhaft unbarmherzigenHand zuerst abgerieben und dann von neuem übermaltwurden, in welcher es noch nicht eine wiederholte Restau-ration erduldet hatte . 1 Selbst in dem gegenwärtigen nichtmehr unversehrten Zustande bleibt das Danziger jüngsteGericht ein hervorragendes Werk der niederländischenSchule des fünfzehnten .Jahrhunderts, und es beweist nurden niedrigen Zustand der Kunstbildung, der damals inDanzig herrschte, dass man es, durch eine Inschrift verleitet,ein volles Jahrhundert älter machte und dadurch vielleichtdas genauere Forschen nach dem wahren Schöpfer ver-hinderte. Die Portinari, die italienischen Kaufherren, welcheso eifrig und so lange die Herausgabe der Beute forderten,hatten offenbar eine bessere Meinung von dem Danziger
i Danziger Kathedrale, Dorotheen-capelle, W. S. des N. Kreuzarines.Holz. Mittelbild 1.74 1i. — 1.24 br.Flügel 1.74 h. — 0.62 br. DasBild hat zuerst 1718 eine Restaura-tion durch den Maler JuliusChristoph Krey erfahren, eine zweiteRestauration 1815 durch Prof. Bockin Berlin . Xeller und Stubbe inBerlin unterzogen es 1851 einerdritten Restauration, deren Aufgabees wesentlich war, wieder zu ent-fernen, was die Vorgänger zu derursprünglichen Malerei hinzugefügthatten. Bei diesem Anlasse zeigtees sich, dass der ursprüngliche Kopfdes Begnadigten in der rechtenWagschale vollständig entfernt unddurch einen neuen ersetzt worden
sei und zwar ist derselbe auf einein das Holz eingelassene Silberplattegemalt. Bei der Sorgfalt, mitwelcher Aeste in dem Holzgrundevermieden wurden, mag das Silber-plättchen an die Stelle eines solchenAstes gekommen sein. Die ammeisten beschädigten Tlieile desBildes sind folgende: Am Kopfedes Erzengels sind die Lasuren ent-fernt, die Umrisse nachgezogenworden, um die Schatten zu ver-stärken. Der rotlie Mantel desli. Petrus ist fast ganz abgorieben,die Posaunen blasenden Engel über-malt. Alle anderen Theile habenmehr oder weniger durch Reinigung,Abputz und Uebermalung gelitten.
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