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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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GRABLEGUNG IN BRÜGGE .

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hörigen Reliquien der li. Ursula übertragen werden könnten. 1Das Jahr 1480 bezeichnet auch die Vollendung der prächtigenTafel, im Aufträge der Gerberzunft von Brügge , welche dasGegenstück zu den sieben Schmerzen Mariä in Turin bildet,und in der Münchner Pinakothek bewahrt wird. Aus demgleichen Jahre stammen endlich mehrere im BrüsselerMuseum und in Brügge befindlichen Portraits und endlichdie Grablegung Christi im Hospital zu Brügge .

Die Grablegung Christi enthält zwar einzelne Züge, Hos'intalwelche Memling eigenthümlich sind, steht aber, im Ganzen ,raWcgullg 'doch so tief unter dem gewöhnlichen Durchschnitte, dasswir geneigt sind, die Ausführung vorzugsweise Gehilfen zu-zuschreiben. Die Madonna, Magdalena und Joseph vonArimathia sind zu Füssen des Leichnams Christi ver-sammelt und geben ihrem Schmerze in einer an Memling sonst nicht bemerkten theatralischen Weise Ausdruck.

Dieses gilt besonders von Magdalena, die vollständig anRoger’s übertriebene Empfindungweise erinnert. Auf denFlügeln ist die h. Barbara und der Stifter abgebildet, einjunger Hospitalbruder, Adam Reimer, auf dessen Geheissder Künstler später eine Rheinreise vollführt haben soll. 2Die Aussenseiten der Flügel schildern die Kreuzfindung unddie Maria Egyptiaca, wie sie den Jordan durchwatet.

Den Kamen Sibylla Zambetha führt ohne erkennbarenGrund die blasse Büste einer flandrischen jungen Dame, inwelcher wir ein Glied der Familie Moreel vermutlien.

Willem Moreel , ein Brügger Patrizier, entstammt einersavoyischen Familie, die bereits im 14. Jahrhundert dasBürgerrecht in Brügge erwarb. Er wurde 1472 zum

1 ■ Passavant im Kunstblatt 1843.Nr. 62.

2 Brügge , Hospital. Nr. 6. Holz.Mittelb. 0.44 li. — 0.36 br. Eltigel0.44 h. — 0.14 br. Ob das Datum1480 auf dem Rahmen echt sei,möchte fraglich erscheinen. Die Ini-tialen A. R. in der Ecke des Mittel-

bildes bezeichnen den Stifter AdrianReims. Der volle Earbenton herrschtvor, auch die Landschaft ist trocken ge-malt und gar nicht in der üblichenWeise des Meisters. Doch dürfenwir nicht die vollständige Restaura-tion des Bildes vergessen.