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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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SIBYLLE ZAMBETHA IN BRÜGGE .

Schöffen gewählt, hielt 1478 und 1483 das Amt eines Bürger-meisters inne und stieg trotz der erklärten Feindschaft Maxi-milians von Oesterreich zunoch höheren Würden. Seine Frau,Barbara van Vlaenderberch, gebar ihm fünf Söhne und drei-zehn Töchter, deren eine Maria, in der sogenannten Sibylleabgebildet erscheint. Dafür spricht das ganz gleiche Format,und der mit den Brüsseler Bildnissen gemeinsame ursprüng-liche Aufstellungsort: das Hospital des li. Julian in Brügge .Auch in technischer Beziehung stimmen sie überein. 1rortraits Die Portraits des Willem Moreel und der Barbara van

Moreels und

soiner Fran.yi £ent i er } )erc i 1 sind wahre Muster einfacher bürgerlicherCharaktere. Moreel trägt einen eng anliegenden schwarzenBock; sein reiches Haar ist vorn kurz-verschnitten; FrauBarbara hat eine Spitzhaube aufgesetzt und sich gleichfallsin ein dunkles Gewand gehüllt. Ihren Hauptschmuck bildetein Perlenhalsband. 2

noeipitai Einen .wenig erfreulichen Eindruck macht die Sibyllesibyiie. von Zambetha. Ohne persönliche Beize, durch die Mode-traclit, die Kegelhaube z. B. noch mehr verunstaltet, ent-behrt das Bild auch fesselnder künstlerischer Eigenschaften.Der Pinsel ist überaus zart geführt, die Farbe ganz feinaufgesetzt. Doch wird die Kraft des Colorits vermisst, diesonst bei Memling für das geringere Belief eintritt. Auchdie Zeichnung offenbart eine peinliche Genauigkeit, dassman versucht wird, die Sibylle wie die Bildnisse der beidenMoreel den früheren Jahren Memling’s , seiner jugendlichenWirksamkeit zuzuschreiben. 3 Und die Versuchung wächst,

1 Beffroi II. p. 182 ff.

2 Brüssel , Museum. Nr. 21, 22.

Holz. 0.37 h. — 0.27 br. Ursprüng-lich im Hospital S. Julian in Brügge ,dann in der Sammlung van derSchrieck in Löwen, bei deren Auctiones 1861 für 5000 Er. das BrüsselerMuseum ankaufte. Hie beidenPersonen, im Gebete begriffen, knieenan einem Benster, welches die Aus-

sicht auf eine Landschaft öffnet.Ihre Wappen sind an der Rückseiteder Tafeln angebracht. Vgl. Beffroi.II. p. 189.

3 Brügge , Hospital. Nr. 5. Holz.0.37 li. — 0.27 br. aus dem Hospi-tale S. Julian übertragen. Aufeinem Zettel, an der oberen Eckedes Bildes liest man: „SSibyila Sam-betha (jiuo et persica an. ante Christ,