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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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APOKRYPHE BILDER.

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Dresdener Museum: Das Portrait des BastardenAnton von Bourgogne mit dem Motto: „Nul ne sifrote“, eineBeplica des Bildnisses in Staffordhouse. Für ein OriginalMemling’s ist der Umriss zu liart, der Farbenauftrag zu dickund schwer. Die blassen Lichter werden mit den mattenSchatten durch grauröthliclie Töne verbunden. Die Arbeitrührt von einem Manne her, welcher van Eyck’s und Mem-ling’s Weise vor Augen hat. 1

Berliner Museum: Die Madonna mit dem Christ-kinde am Busen, ein Brustbild, in zwei Drittel der natür-lichen Grösse, ganz im Stile Memling’s gehalten, in der Aus-führung jedoch schwächer, als man es dem Meister selbstzumuthen darf, daher wohl nur ein Schulbild. 2

Stuttgarter Museum.: Bathseba im Bade. Das Bildhat wiederholte Taufen und Umtaufen erfahren. Waagentheilte es zuletzt Memling mit, doch ist es offenbar späterenUrsprungs und vielleicht der Schule des Quintin Massysentstammend. 3

Wiesbadener Museum: Der englische Gruss. DieBezeichnung als Memling’s Werk ist durchaus willkürlichund auch nicht auf dem leisesten Schein von Gründen be-ruhend. 4

In der Münchner Ausstellung alter Gemälde 1869 be-fanden sich mehrere' Bilder aus dem Privatbesitze, welchewenigstens in Memling’s Nachbarschaft gehören.

Die Vermählung der Maria 5 stammt von einem Maleraus Löwen aus der Zeit nach Dierick Bouts , ebenso dasHalbbild der Madonna, welche das Christkind säugt, undschon aus der Galerie Pourtales bekannt war. 6 Das Portrait

1 Dresden , Museum. Nr. 1719.Holz. 0.49 h. — 0.39 br. S. obenS. 130.

2 Berlin , Museum. Nr. 549 A.

3 Stuttgart , Museum. Nr. 398.

- Wiesbaden , Museum. Nr. 9.

5 Katalog Nr. 14. Im Besitzedes Prof. Sepp in München . Holz.0.79 h. — 0.41 br.

• 6 Katalog Nr. 53. Im Besitze desHerrn Gontard in Frankfurt . Holz.0.31 h, — 0.22 br.