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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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ÄUSSERE VERHÄLTNISSE.

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Colorit nicht absprechen, eben so wie die Landschaft mitVorliebe von Gerard David behandelt und entschiedentüchtig gemalt ist. Auch darin erfüllt er das Lob, welchesvan Mander dem Albert van Ouwater und dem Geerritvan S. Jans spendet. Zuweilen freilich sticht die frischeFarbenfülle des landschaftlichen Hintergrundes von dermarmorartigen Blässe des Fleisches zu stark ab; doch kanndiese vielleicht durch den späteren Abputz der Glasurhervorgerufen sein, wodurch die Tafeln einen düsteren Tonerhielten.

Ueber den unmittelbaren Lehrer Gerard David’s fehltuns jede nähere Kunde; doch bezeugen seine Werlte , dasser sich an das Muster van Eyck’s und Memling’s hielt.In der Zeit, als Gerard in die Brügger Lucaszunft eintrat,stand Memling auf der Höhe seines Bulimes und galt nichtunwahrscheinlich als der erste Meister des Landes. Aberauch die Werke Jan van Eyck’s waren in Kirchen undPrivat-Häusern noch zahlreich zu schauen und mochtenauf den neu zugewanderten jungen Maler eine ähnlicheAnziehungskraft üben, wie die zart und fein ausgeführtenGemälde Memling’s .

Eascli stieg Gerard David zu Würden und Aemternin seiner Zunft empor. Schon 1488 wurde er zum vierten„vinder“, 1494 und 1498 zum ersten „vinder“ gewählt. 1 ImJahre 1496 heirathete er Cornelia Cnoop, die Tochter einesaus Middelburg stammenden Goldschmiedes in Brügge , mitwelcher er eine Tochter Barbara zeugte.

Das erste Werk Gerard David’s , von welchem uns be-richtet wird, ist im Aufträge des Bathes von Brügge ent-standen und offenbart, von dem Maler freilich ungesucht, einepolitische Tendenz. Stürmische Tage waren über Brügge

1 Vinder ist der Titel der sechsZunftbeamten, welche zwischen demDechanten und dem unmittelbaren

Vorsteher den Rang inne hatten, mitdiesen gemeinsam die Zunftangelegen-heiten verwalteten.

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