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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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DIE TAUFE CHRISTI

Evangelisten, auf dem linken seine Frau Elisabeth van derMeersch mit vier halberwachsenen Töchtern und der h. Eli-sabeth, Königin von Ungarn, abgebildet. Felsige Landschafts-gründe erheben sich steil hinter jeder Gruppe.

Die Bilder der Aussenflügel sind später gemalt wordenals die inneren Tafeln. Sie zeigen die Madonna mit demChristkind auf dem Schoosse, welches sich vorbeugt undeine Traube der zweiten Frau des Trompes, MagdalenaCordier, darreicht, die mit ihrem Töchterchen und ihrerSchutzheiligen, der h. Magdalena, auf der Gegenseite dar-gestellt ist. Da wir aus den erhaltenen Familienurkundenwissen, 1 dass Jean des Trompes seine erste Frau 1502,seine zweite 1510 durch den Tod verlor, und auf dem Bildedie Tochter der letzteren im Alter von ungefähr fünf Jahrenerscheint, so können wir den Altarschrein mit ziemlicherSicherheit datiren. Er wurde beiläufig um das Jalir 1507vollendet.

Für den Eindruck des W erkes wirkt die prächtige, kräftiggefärbte Landschaft entscheidend. Ihr heller Glanz lässt dieFiguren des Vordergrundes untergeordnet erscheinen, als obsie nur bestimmt wären, die Landschaft zu heben und zubeleben; man vergisst auch die Mängel der Gestalten, siehtnicht gleich wie fehlerhaft die Zeichnung, wie steif dieComposition, wie kalt der Ausdruck derselben ist. Manvermisst in der Landschaft den Luftton, was wahrscheinlichder Reinigung des Bildes zugeschrieben werden muss, inallem Uebrigen erscheint die Ausführung geradezu vollendet.Dieses gilt namentlich von den dem Auge näheren Theilen.

Ohne der Gesammtwirkung zu schaden, sind die einzelnenBäume bis zum geringsten Detail sorgfältig gezeichnet undkraftvoll gefärbt. Die Natur des Laubes, die Form über-haupt wird treu bewahrt, jedem Baume seine volle Indivi-

Vgl. Beffroi I. p. 259—261 und 276—286.