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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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APOKRYPHE BILDER.

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selbst zweiter Ordnung eine gewisse Harmonie erzielt.Jede Gestalt wird durch die Hosen deutlich abgehoben,deren Oolorit wieder die Gewandfarben geschickt ergänzt.Die Fleischtöne etwas flach und von geringem Relief sindblass und kühl gehalten und gehen, wie bei Miniaturenherkömmlich, in rosige Schatten über.

Dass Gerard an einzelnen dieser Werke Antlieil gehabt,können wir um so sicherer annehmen, als er an vierzigJahre in Brügge tliätig zubrachte. Er starb am 13. Aug.1523, wurde unter dem Tliurme in der Notre-Dame-Kirchebegraben und hinterliess eine Wittwe, die sich 1529 wiedervermählte und aus Brügge auswanderte. 1 Ein Merkmal derWerke David’s und seiner Schule, die Nachahmung VanEyck’s und Memling’s trifft noch bei einer längeren Reihevon Werken zu, die in verschiedenen Sammlungen zerstreutsind und unter allerhand mehr oder weniger passendenNamen verzeichnet werden. Sicherheit ist bis jetzt beikeinem derselben erreicht worden. 2

Eine ferne Verwandtschaft mit der Madonna von Rouen zeigt die Hochzeit von Cana im Louvre, welche früher inder Capelle des h. Blutes in der Kirche S. Basile zuBrügge aufgestellt war. Die Hochzeitstafel ist in einerSäulenhalle gedeckt, deren Hintergrund durch einen Teppich

1 Beffroi I. p. 225.

2 Weale (Gazette des beaux arts.vol. XXI. p. 194) nennt noch folgendeWerke Gerard David’s : Im Besitzeeines Londoner Kunsthändlers, Mr.White, ist der Elügel eines Altars,welcher ehemals in der KircheS. Donatian in Brüg'ge sich befand.Der Stifter, Bernardino Salviati, einillegitimer Sohn eines reichen floren-tiner Handelsherrn und Canonicusder Kirche, knieet umgeben von dreiHeiligen: Donatian, Bernardin undeinem Unbekannten in bischöflichemOrnate. Den Hintergrund bildet einefelsige Landschaft mit einem Schlosseund einer Gebirgskette am Horizonte.

Das Bild (Holz, 1.02 h. — 0.93 br.)gehörte früher Thomas Barrett in LeePriory, Keilt, der es 1792 (in Mau-dern ?) erworben hatte. Die trefflicheSammlung des Ereiherm v. Oppen-heim in Köln bewahrt (1.02 h. —0.84 br.) ebenfalls ein Werk, welchesWeale auf David zurückführt: eineMadonna mit dem Cliristuskinde aufeiner Rasenbank sitzend, im rothen,mitPerlen und JuwelengeschmücktenMantel. Sie hat zu ihren Misseneinen wahren Blumenteppich vonLöwenzahn, Massliebchen , Veilchen,als Hintergrund aber eine überausreiche, mit grosser Reinheit ausge-führte Landschaft.

Paris Hochzeitvon Cana.