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APOKRYPHE BILDER
abgeschlossen wird. In ihrer Mitte sitzt die Braut in rothemGewände, reich mit Juwelen geschmückt, ihre Mutter undzahlreiche Gäste. Christus zwischen zwei Frauen nimmtdas Schmalende des Tisches ein. Ein Yorschneider, eineMagd, die eine Flasche aus einem grossen Kruge füllt undein roth gekleideter Diener mit einem Silberbecher in derHand füllen den Vordergrund, wo rechts und links auchder Stifter in der Tracht der Brüderschaft des h. Blutesmit seinem Sohne und die Stifterin knieen. Von aussenschaut ein Dominicanermönch, in den Zügen dem Stifterähnlich, zwischen den Säulen der Scene zu. 1
KMoim™ Im Antwerpener Museum befinden sich zwei Tafelnmit den Buchstaben 0. H. und der Jahreszahl 1499 be-zeichnet, auf welches Datum, ehe noch das wahre Todes-jahr Memling’s bekannt war, die Meinung, dass der Meisterbis 1499 gelebt hat, gestützt wurde. Sie bilden zusammenein Diptychon und schildern die Madonna in einer gothischenHalle mit dem Christkind und zwei Engeln, einen betendenAbt zur Seite, und auf der anderen Tafel den Erlöserauf der Weltkugel, von einem knieenden Benedictinermönchverehrt. Die steife, unnatürliche Stellung Christi, das BüschelHaare auf der Stirn, der harte Fall der Gewänder, diematte, nichtssagende Farbe, die weder von der Zartheitund Klarheit Memling’s , noch von der Kraft und derStrenge Van Eyck’s an sich hat, sagen gegen die frühereVermuthung aus und lassen als Urheber einen Mann er-kennen, welcher, Memling ganz unähnlich, seine Bilder nurmechanisch und einförmig auszuführen verstand. 2
Ein angeblicher Memling, in der längst aufgelöstenSammlung des Dichters Koger, die Madonna mit demChristkind, ein Miniaturbildchen, ist offenbar von derselben