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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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IN ENGLAND, MADRID .

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sorgfältig in den Details. Einzelne Köpfe verrathen dasStudium Jan van Eyck’s , dessen feste Hand dieser erfolg-reiche Maler nahezu erreicht hat. Doch nicht in allenTafeln; mehrere sind in Zeichnung und Farbe matt undschwach. Zwischen den Figuren flattern Fahnen mit demLöwen und dem Thurm, dem königlichen Wappen vonCastilien , verziert. Auch Inschriften sind da und dort an-gebracht, leider aber im Laufe derZeit bis zum Unleserlichenverwischt -worden. Am Saume des Gewandes der Magdalenaauf einer der fünfzehn Tafeln kehrt der Buchstabe H fort-laufend nieder, der Kleidersaum einer anderen Figur zeigtin gleicher Weise den Buchstaben M. Fügen sich auch diesebeiden Lettern scheinbar ungezwungen zu den Initialen desNamens Hans Memling zusammen, so gehört doch austechnischen Gründen das Werk nicht ihm, sondern einemjüngeren Künstler aus dem Anfänge des sechszehnten Jahr-hunderts, welcher allerdings Memling und Yan Eyck genaubetrachtet hatte. 1

Unwillkürlich denkt man an den Juan Flamenco undJan de Flandes, welche um diese Zeit ihre Wirksamkeitauf der pyrenäischen Halbinsel entfalteten. Leider habensich über diese keine näheren Nachrichten erhalten. Istetwa Jan de Flandes, welcher im Jahre 1509 eilf Bilderfür die Kathedrale von Palencia malte, auch der Schöpferder eben erwähnten Madrider Tafeln?

Die Unsicherheit, welche am Schlüsse des fünfzehntenund Anfänge des sechszehnten Jahrhunderts in der nieder-,ländischen Kunstgeschichte herrscht, wird dadurch vermehrt,dass zuweilen ein und derselbe Künstler in zwei verschiedenenKunstweisen sich bewegt. So ist z. B. Mabuse das eineMal ganz flandrisch, das andere Mal ein Nachahmer derItaliener, und es hält schwer an die Identität des Künstlersin beiden Fällen zu glauben. Ein anderes Beispiel solchen

Quevedo, Hist , del Escorial p. 354. Hier A. Dürer zugeschrieben.

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