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DER CUETURHISTORISCHE HINTERGRUND.
Yon den Herzogen Burgunds aber kann eigentlich nurPhilipp der Gute, der Patron Jan van Eyck’s , als wirk-samer Förderer der Kunst gerühmt werden, und selbst daerscheint es ungewiss, ob die von Jan van Eyck verlangtenDienste auch stets Aufgaben der Malerei betrafen. Nach-richten von grossen Bilderbestellungen, den besten undwürdigsten Künstlern zugewiesen, haben sich nicht erhalten;die altniederländischen Maler, deren Namen noch gegen-wärtig einen guten Klang besitzen, leben alle, Jan van Eyck ausgenommen, fern vom Hofe; sie finden ihre Gönner unterden Bürgern der reichen und mächtigen Städte, stehensogar zuweilen im unmittelbaren Dienste der letzteren.
Soll man also die altniederländische Kunst als dasausschliessliche Product der städtischen Bildung anerkennen,und von der Entwicklung des Handels, von dem Auf-schwung des Handwerkes, von der Hansamacht die Blütheder Malerei ableiten? Es bleibt aber dann der Zweifel, obman von Brügge oder von Gent , von der aristokratischenHandelsstadt oder von der demokratischen Arbeiterstadtden Ausgangspunkt nehmen muss? Es hat ferner grosseNotli, den Städten Brüssel und Löwen den ihnen ge-bührenden Platz anzuweisen, die man neben Brügge undGent nicht missen, auch nicht mit diesen zusammenwerfenkann. Und endlich, welche eigenthümliche, zu künstlerischemSchaffen begeisternde Natur soll man von Maas-Eyck und'Tournai behaupten, welche denn doch als Geburtsstättender niederländischen Malerei anzusehen sind?
Inmitten dieses Schwankens und dieser Unsicherheitmuss die Ueberzeugung festgehalten werden, dass der per-sönlichen Initiative zweier Männer, des Hubert van Eyck und des Hoger van der Weyden in erster Linie der rascheAufschwung der niederländischen Malerei zu danken ist.Wir kennen freilich nicht die Jugendgeschichte der beidenMänner, was nicht tief genug beklagt werden kann; wirwissen aber genug von den Gesetzen, welche den Gang der