304 — Einige Vorkenntnisse aus der Physik. — 124
Einrichtung vorhanden. Giebt man dagegen heim Aufwärtsgehen des Kolbensdem Hahne die Stellung H", beim Abwärtsgehen die Stellung H', so geht dieLuftpumpe in eine Kompressionspumpe über. — Der erste, welcher etwa 1050eine Luftpumpe konstruierte, war Otto v. Guerike ; er experimentierte 1054mit derselben vor dem Reichstage in Regensburg und beschrieb sie in seinemklassischen Werke „Experimenta nova de vaeuo spatio. Amstelodami 1072 infol.“ Bald darauf wurde sie durch Denis Papin (Blois 1647 — Marburg 1714?;Gehilfe von Huygens und Boyle, daun Prof. math. et phys. Marburg ; vgl-Bannistre, Blois 1847 in 8.) wesentlich verbessert, und der Neuzeit ist es ge-lungen, das Operieren noch viel sicherer und bequemer zu machen. — </. Einerstes, auf diesem Principe beruhendes Manometer wurde durch Varignon(vgl. Mein. Par. 1705) konstruiert; das sog. Manometer von Guerike war einebalancierte Holilkngel, welche unter die Glocke der Luftpumpe gebrachtwurde. — h. Auf die in 117 erwähnte Aeronautik kann ich hier nicht wohlnäher eintreten.
135. Das Barometer. — Die Lehre von Aristoteles , dassauch die Luft schwer sei, wurde schon von Galilei durch Wägungenerwiesen“; aber über das Wesen des Luftdruckes und die darinliegende Erklärung des Faktums, dass in einer Pumpe das Wassernur bis auf 32 Fuss steigt, wurde man sich erst klar, als Torricelli f ‘,in Ahnung des Sachverhaltes, 1643 mit Hilfe einer, am einen Endegeschlossenen, mit Quecksilber gefüllten und dann umgestürzt inebensolches getauchten Röhre, zeigte, dass Quecksilber schon beieiner Höhe von etwa 28 Zoll stehen bleibt, und die beiden Höhensich umgekehrt wie die specifischen Gewichte der Flüssigkeiten ver-halten c . Zugleich konnte, wie Torricelli sofort einsah, durch Wieder-holung dieses Versuches jederzeit der Luftdruck gemessen und dessenVeränderlichkeit beobachtet werden, so dass die Physik ein neuesInstrument, das Barometer d , erhalten hatte und es so Pascal mög-lich wurde, die Abnahme des Luftdruckes bei zunehmender Höheder Beobachtungsstelle zu konstatieren ®, wodurch überdies eineGrundlage für die sog. Hypsometrie erhalten war, mit der wir unsunter den folgenden Nummern beschäftigen werdend
Zn 125: a. [las Verfahren von Galilei stimmte wesentlich mit dem bereitsbeschriebenen (124) überein, nur dass er, in Ermanglung einer Luftpumpe, dieLuft aus seinem Ballon durch Erhitzen bestmöglich austrieb. Er fand, dassdie Dichte der Luft in Vergleich zu Wasser etwa ‘/ 400 sei. — b. EvangelistaTorricelli (Piancaldoli 1608 — Florenz 1G47) -war Schüler von Castelli in Rom ,wurde von diesem 1641 dem erblindeten Galilei als Sekretär empfohlen underhielt nach dem Tode dieses letztem dessen Nachfolge. — c. Der von Ari-stoteles zur Erklärung der Erscheinungen an Pumpen, etc., angenommeneHorror vacui hielt bis auf Galilei vor, — nur dass letzterer, als er erfuhr, dassdas Wasser in den Pumpen nicht über 32 Fuss steige, zu der Annahme ge-langte, es gehe jener Abscheu nur bis zu einer gewissen Grenze, und hiedurchzunächst Torricelli veranlasste, sich etwas später die Frage zu stellen, obwohl diese Grenze für die verschiedenen Flüssigkeiten dieselbe sei. Wie er