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Erster Halbband.
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Das Barometer.

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diese Frage an die Hand nahm nnd löste, ist oben bereits mitgeteilt worden;dagegen ist beiznfügen, dass ihm sein Freund Viviani bei seinen Versuchenbehilflich war, nnd auch nicht zu übersehen, dass schon vor ihm der fran-zösische Arzt .Tean Rey (Bugues in Dordogne 1590? — 1645) in seinen „Essayssnr la recherche de la cause par laquelle l'estain et le plomb augmentent depoids quand on les calcine. Bazas 1630 in 8.“ sehr gesunde, aber allerdingsvon seinen Zeitgenossen wenig beachtete Ansichten über die Schwere der Luftbekannt gab und sich namentlich entschieden gegen die der Natur angedichtete„qualitas occulta“ aussprach, welche den „horror vaeni“ bedingen sollte. —(l. Der Ausdruck „Barometer“ ist von ß «po? = schwer abgeleitet. — e. AlsPascal durch Mersenne Kenntnis von den Versuchen Tonicellis erhielt, wieder-holte er dieselben 1640 zu Rouen, gemeinsam mit Descartes vertrantem FreundePetit, mit schönstem Erfolge, wie die beiden Schriften „Pascal, Nouvellesexperiences touchant le vuide. Paris 1647 in 8., — und: Petit, Observationstoucliant le vuide, faites ponr la premiere fois en France. Paris 1647 in 4.“erweisen; aber er blieb hiebei nicht stehen, sondern veranlasste, um auch dieletzten Gegner der neuen Lehre von deren Richtigkeit zu überzeugen, seinenSchwager Perier 1648 IX 19, einen Barometer von Clermont aus auf den sichcirca 500* darüber erhebenden Pny-de-Döme zu tragen: Es ergab sich hiebei,wie Pascal bald nachher in seinem „Röcit de la grande experienee de l’equi-libre des liqueurs“ mitteilte, ein snccessives Fallen des Barometers um volle3" l',V" d. d., das bei der Thalfahrt in ein entsprechendes Steigen überging,— und es war also nicht nur die Lehre von Torricelli in schönster Weise be-stätigt, sondern es konnte der die Hypsometrie begründende Schluss gezogenwerden, dass eine Luftschichte von circa 13* Höhe denselben Druck.wie 1‘“Quecksilber ausübe. — Ein leider an Hooke (vgl. 123 : 4) erinnernder Ver-such des sonst hochverdienten Descartes, sich als intellektuellen Urheber derVersuche am Puy-de-Döme auszugeben, wurde von Pascal mit den Worten„Cette expörience est de mon invention, et partant je puis «dire que la nouvelleconnaissance , qu’elle nous a ddcouverte, est entiörement de moi“ energischzurückgewiesen und verlief total im Sand. Noch grundloser war die Behaup-tung, es gehe aus „Claud. Beriguardi, Circulus Pisanus de veteri et peripateticaphilosopliia. TJtini 1643 in 4.“ hervor, dass mau in Italien schon vor PascalsVersuchen den Gebrauch des Barometers zum Höhenmessen gekannt habe;denn Libri hat nachgewiesen, dass die als Beweis angerufene Stelle sich erstin der spätem Ausgabe von 1601 findet.

126 . Die ersten Höhemnessungen mit dem Barometer.

— Sehr folgereich war es, als Eich. Townley aus Versuchen seinesLehrers Eoh. Boyle den richtigen Schluss zog, dass das Volumeneiner Luftmenge hei unveränderter Temperatur der drückendenKraft umgekehrt proportional ist Namentlich gab dieses GesetzMariotte, nach dem es fälschlich benannt wird, die Möglichkeit, diesuccessive Höhe der Luftschichten zu berechnen, welche einergleichen Druckdifferenz entsprechen, und so eine, wenn auch nochhöchst unvollkommene Grundlage für barometrische Höhenhestim-mungen zu gewinnen h . Eine wirklich brauchbare hypsometrischeFormel aufzustellen gelang dagegen allerdings erst Halley, indem

Wolf, Handbuch der Astronomie. I. 20