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Erster Halbband.
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135 — Die optischen Studien Keplers u. seine Erfindung des Fernrohrs. — 325

wenigstens noch überzeugen, dass, wenn a und « Gegenstaudsweite und Bild-weite bezeichnen, die Werte

a = oo a>2r a = 2r a < 2 r a — r a<r

« = r « < 2 r a — 2 r « > 2 r b-oo u = —

korrespondieren, wie es wirklich nach der für n = 3 / a bestellenden Näherungs-formel b — a • r: (a — r) der Fall ist. Viel weiter kam er dann allerdings nichtmehr; aber er hatte schon hiedurch die Dioptrik wesentlich gefördert undsich selbst die Erfindung des Fernrohrs ermöglicht. — • d. Scheiner erstellteetwa 1613 ein erstes astronomisches Fernrohr, da er in seiner „Rosa ursina(vgl. 273)“, deren Druck 1626 begann, erzählt, er habe vor 13 Jahren demErzherzog Maximilian von Oesterreich die Sonnenfleckeu durch einen Tubusmit zwei konvexen Gläsern auf einer weissen Wand gezeigt. Bald daraufscheint auch Fontana, der sogar (aber erst 1646) behaupten wollte, die Er-findung schon 1608 gemacht zu haben, die Erstellung eines solchen Instru-mentes gelungen zu sein, da Zupus 1614 ein solches bei ihm sah. Sodannscheint man Schirläus, dem man auch die Einführung der Namen Objektiv undOkular verdanken soll, das sog. terrestrische Fernrohr, d. h. den Gedankengutschreiben zu müssen, das durch die Objektivlinse erzeugte umgekehrte Bilddurch eine zweite Sammellinse nochmals umzukehren, und erst dieses zweite,wieder aufrechte Bild durch die Loupe zu betrachten. Endlich ist zu erwähnen,dass die gegenwärtig an die Stelle der Kijker, Occhiali , Perspicillen, Perspek-tive, etc., getretenen Benennungen Teleskop und Mikroskop durch den GriechenDemiscianus (Mitglied der Accademia dei Lincei in Rom ) in Vorschlag ge-bracht worden sein sollen.

136 . Das Brechungsgesetz uiul das Prisma. — Was

Kepler nicht zu stände gebracht hatte, das gelang nicht sehr langenachher dem ebenfalls ausgezeichneten Willebrord Snellius , indemdieser, aber allerdings „multo labore multisque experimentis“, dasBrechungsgesetz wirklich auffand, d. h. nach unserer Ausdrucks-weise zeigte, dass, wenn a und ß die Winkel sind, welche ein ausdem leeren Kau me kommender Strahl vor und nach dem Eintrittein ein Mittel der Dichte d mit der Normale im Eintrittspunktebildet, die Proportion Si « : Si ß = n : 1 1

besteht, wo n ;==-1 eine für dieses Mittel konstante Grösse be-zeichnet ". — Man ist jetzt gewohnt, a Einfallswinkel, ß Brechungs-winkel, n Brechungsexponent, n 2 -- 1 brechende Kraft, und (n — 1): dspecifisches Brechungsvermögen zu nennen. Ferner geht aus 1 her-vor, dass für Si/9>l:n notwendig Si«^>l wird, d. h. ein Aus-tritt aus dem Mittel nicht mehr stattfinden kann, sondern die sog.totale Reflexion eintritt h . — Mit Hilfe des Brechungsgesetzes kannman nunmehr mit Leichtigkeit den Weg ausmitteln, welchen einLichtstrahl beim Durchgänge durch verschiedene Mittel nimmt, soz. B. den Winkel bestimmen, um welchen derselbe beim Durch-gänge durch ein sog. Prisma von seiner ursprünglichen Richtungabgelenkt wird c ,