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— Der Achromatismus. —
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viel stärker zerstreut als das Crownglas: Fügt, man z. B. einem Crownglas-prisma von 25° eiu verkehrt liegendes Flintglasprisma von 12° hei, so wirddie Farbenzerstreuung, nicht aber die Brechung gehoben. — /. Alex. Rochonerzählt, gestützt auf 1790 in London erhobene Informationen, in seinem „Me-moire sur les verres accromatiques adaptes ä la mesure des angles (Journ. dephys. Fructidor IX)“, dass der etwas misstrauische Hall die ihm nötigen zweiLinsensorten zu London hei zwei verschiedenen Optikern bestellt, habe, welcheaber zufällig denselben Glasschleifer gebrauchten, — dass diesem die Doppel-bestellung so frappierte, dass er die Gläser vor Ablieferung dem ihm be-kannten Dollond zeigte, welcher nun damit Versuche machte und die Bedeutungerriet. — Warum aber Dollond dann erst ein Vierteljahrhundert später seineKonstruktionen begann, wird nicht erklärt und damit der Erzählung viel vonihrer Wahrscheinlichkeit genommen. — </. Nach den 1875 unter dem Titel„Abridgements“ erschienenen Patentauszügen lautet das 1758 IV 19 Dollond erteilte Patent auf „A new method of making the object glasses of refractingtelescopes by compounding mediums of different refractive qualities, wherebythe errors arising from the different refrangibility of light, as well as thosewhieh are produced hy the spherical surfaces of the glasses, are perfect,lycorrected“. Es wurde zuerst mit Bücksicht, auf Hall angefochten, daun aberinfolge hoher Protektion dennoch erteilt. — h. Für die spätere Geschichteder Achromaten wird auf 142 verwiesen, dagegen zur Ergänzung der Litteraturnoch „Boscovicli, Dissertationes quinque ad Dioptricam pertinentes. Vindobonne1707 in 4.“ erwähnt, an welche Schrift, sich dann überdies noch die in Vol. 1—2der „Opera“ desselben Verfassers enthaltenen betreffenden Abhandlungen an-scldiessen.
141 . Die neuern Linsentheorien. — Die gegenwärtigeAusbildung der auf Kombination von Linsen beruhenden optischenInstrumente beruht wesentlich auf der bessern Einsicht in dieTiieorie solcher Systeme, und diese ist ganz besonders durch dievon Gauss veröffentlichte Abhandlung „Dioptrische Untersuchungen.Göttingen 1841 in 4.“ gefördert worden. Es ist nämlich diesemgrossen Geometer gelungen, in derselben zu zeigen, dass man durchEinführung gewisser Kardinalpunkte, seiner Hauptpunkte und Brenn-punkte, welchen sodann später Listing “ noch Knotenpunkte beifügte,für eine Linse, ja selbst für ein ganzes System von brechendenElächen, ebenso einfache Beziehungen erhalten kann, wie sie früher(137) sogar für die einzelne Linse nur bei Vernachlässigung ihrerDicke gefunden worden waren. Es scheint angegeben, beifolgend hwenigstens einen Begriff dieser neuen Theorie zu gehen, und diesem eeinige historisch-litterarische Angaben folgen zu lassen.
Zu 141: a. Job. Benedikt Listing (Frankfurt , 1808 geh.) ist Prof. phys.Göttingen. Vgl. seinen „Beitrag zur physiologischen Optik. Göttingen 1845in 8.“ und seine betreffenden Entwicklungen in dem 1853 erschienenen 4. Bandevon Wagners Handwörterbuch der Physiologie. — b. Nehmen wir an, esfalle auf eine brechende Kugelfläche des Kadins r und Mittelpunktes M eindie Axe MN in A schneidender Strahl ein, so können wir denselben durch