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Erster Halbband.
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Camera obscura mul Photographie. —

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145 . Camera obscura und Photographie. — Entwirftman in einem dunkeln llaume mit Hilfe einer Sammellinse ein Bildvon einem äussern Gegenstände und fängt dieses mit einer Tafelauf, so liat man eine sog. Camera obscura konstruiert “. — Bestehtdie Tafel aus einer mit Joddämpfen beschlagenen Silberplatte, somodifiziert das Licht in kurzer Zeit die Jodschichte so, dass dievon ihm getroffenen Stellen Quecksilberdämpfe um so reichlicherkondensieren, je stärker es war, wodurch sich ein Bild, ein sog.Daguerreotyp , erzeugt, das durch Abwaschen des Jods mit einerLösung von unterschwefligsaurem Natron Lauer erhält oder fixiertwird 6 , — besteht sie dagegen aus einer vorerst mit Jodkaliumüberzogenen, dann in eine Lösung von salpetersaurem Silberoxydgebadeten Glastafel, so wird diese durch das Licht so beeinflusst,dass beim Begiessen mit einer Lösung von Eisenvitriol jede Stelleum so dunkler wird, je kräftigeres Ificht auf sie eingewirkt hat,oder ein sog. Negativ entsteht, das in ähnlicher Weise fixiert wirdund nun, wenn das Tageslicht durch dasselbe auf mit Chlorsilberimprägniertes Papier fällt, auf letzterm mit Hilfe einiger unter-geordneter Manipulationen eine sog. Photographie erzeugt c \ — DieVerfahren, um Bilder dieser letztem Art hervorzubringen, habensich in dem halben Jahrhundert, das seit Erfindung derselben ver-flossen ist, ungemein verbessert, und überdies ist es mit bestemErfolge gelungen, diese Kunst auch der Astronomie dienstbar zumachen, wie später näher auseinander gesetzt werden soll d .

Ku 145: a. Die der Camera obscura zu Grunde liegende Idee scheintschon gegen Ende des 15. Jahrhunderts Leonardo da Vinci gehabt zu haben;aber den ersten, durch Einsetzen einer Sammellinse wirksamen Apparat dieserArt erstellte erst etwa ein Jahrhundert später Porta, — ja eine grossere Be-deutung erreichte die Camera kaum vor den sofort zu besprechenden Ver-suchen, welche zu Anfang des laufenden Jahrhunderts Joseph-Nicephore Niepce (Chalons-sur-Saöne 1705 — Gras bei Chillons 1833; Kavallerie-Offizier) machte,um die Auffangsplatte so zu präparieren, dass sich das Bild gewissermassenderselben einverleiben könne. — ft. Schon um 15G6 war es Georg Fabricius bekannt, dass Hornsilber (Höllenstein, Chlorsilber) bei Einwirkung des Lichtesgeschwärzt wird; aber es wurde nicht weiter beachtet. Auch als 1727 Joh.Heinrich Schulze (Colbitz bei Magdeburg 1087 — Halle 1747; Prof. ined. Altorfund Halle) bemerkte, dass sich ein silberhaltiger Kreideniederschlag am Lichtedunkel färbe, — hierauf Papierschablonen, in welche Worte eingeschuittenwaren, auf Glas klebte, — durch dieselben Sonnenlicht auf seinen silberhaltigenBodensatz fallen liess, — und nun sah, dass sich die Worte dunkel abbildeten,— versäumte man, diese Sache weiter zu verfolgen. Ebenso ging es, als späterWedgewood etc. ähnliche vereinzelte Versuche unternahmen, und erst alsNiepce von 1814 hinweg die Aufgabe, Lichtbilder zu erzeugen, an die Handnahm, wurde eine erste, wenn auch noch unvollkommene Lösung erhalten:Er fand nämlich, dass Asphalt die Eigenschaft besitze, durch Beleuchtung un-