434
— Die Sonne.
530
Paolo Rosa (Castellana 1825 — Rom 1874; Jesuit ; vgl. Marchetti in Bonc.Bnll. 1875) in einer Reihe von Publikationen behandelt, welche mit des erstemNote „Sülle variazioni del diametro solare (Mem. spettr. 1872)“ begann, mitdes letztem grösserm Werke „Studii intorno ai diametri solari. Roma 1874in 4.“ abschloss, und den Satz zu begründen schien, „dass zu denjenigen Zeiten,zu welchen die Zahl der Flecken und Protuberanzen geringer sei, grössereDurchmesser gefunden werden“. Es entspann sich nun hierüber alsbald einesehr lebhafte Diskussion, an welcher sich die Lorenzo Respighi (Cortemaggiorebei Piacenza 1824 — Rom 1889; successive Prof. astr. und Dir. Obs. Bolognaund Rom; vgl. Atti dei Lincei 1873—75), August Wagner (Nerft in Kurland 1828 — Pulkowa 1886; Yice-Dir. Pulkowa; vgl. Astr. Viert. 8 von 1873), ArthurAuwers (Göttingen 1838 geb.; früher Obs. Königsberg, jetzt Akad. Berlin ;vgl. Berl. Monatsb. 1873), — Aug. Fuhg (vgl. seine Dissertation „De Solis dia-metro. Berolini 1875 in 8.“), — etc. beteiligten, und in welcher namentlichhervorgehoben wurde, dass der Einfluss des Zustandes der Bilder, sowie derschon von Jean-.Tacques-Emile Goujon (Paris 1823 — ebenda 1856; Obs. Paris)in seiner Note „Sur la determination du diametre du Soleil par les observationsfaites h la lunette meridienne (Compt. rend. 18531“ bei solchen Bestimmungennachgewiesenen Personaldifferenzen ein zu grosser sein dürfte, um aus denerhaltenen kleinen Variationen sichere Schlüsse ziehen zu können. Auch ichnahm an den Verhandlungen insofern Teil, als ich (Mitth. 34 von 1873) eineschon Anfang der Sechzigerjahre begonnene und nunmehr vervollständigteStudie über die durch Maskelyne von 1765—1800 erhaltene Serie von Sonnen-radien veröffentlichte, deren Ergebnis zu Gunsten von Secchi-Rosa sprach,wenn auch nicht entschieden genug, um die Zweifler überzeugen zu können, —ja die ganze Sache schien damals mit der durch K. Remeis verfassten histori-schen Übersicht „Die Frage der Veränderlichkeit des Sonnendurchmessers(Sirius 1879)“ für längere Zeit abgeschlossen und so ziemlich in den Sand ver-laufen zu sein. Als mir jedoch 1884 J. Hilfiker die Monat- und Jahresmittelder Sonnenradien zur Verfügung stellte, welche er aus 3468 in den Jahren1862—83 am Meridiankreise der Neuenburger Sternwarte beobachteten Sonnen-durchgängen einheitlich abgeleitet hatte, sah ich sofort, dass diese das grosseSonnenfleckenmaximum von 1870 überspannende Reihe ein zu entschiedenesVotum zu Gunsten des Seechi-Rosa’sehen Gesetzes abgebe, um durch Zufällig-